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Kommentar zum Streit zwischen Seniorenrat und OB wegen der AfD

Paroli bieten

Bielefeld (WB). Mit der reihenweisen Absage ihrer Teilnahme an der Podiumsdiskussion des Seniorenrates haben Bielefelds OB-Bewerberinnen und -Bewerber der AfD am Ende einen großen Gefallen getan. Zum einen hat ihr das viel mediale Aufmerksamkeit beschert, zum anderen kann sie sich wieder mal in einer Opferrolle präsentieren, die ihr eigentlich gar nicht gebührt.

Michael Schläger

Dr. Wolfgang Aubke, Chef des Seniorenrates, kritisiert die Absagen von OB-Bewerbern zur Podiumsdiskussion des Gremiums, weil auch die AfD eingeladen war. Foto: Bernhard Pierel

„Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ wird nach dem Wahltag am 13. September ohnehin nicht mehr funktionieren, wenn Rechtspopulisten und -extremisten in den Rat eingezogen sein sollten. Oder wollen künftig alle jedes Mal den Ratssaal verlassen, wenn ein AfD-Vertreter ans Rednerpult tritt? Soll so jede Ausschuss-Sitzung gesprengt werden?

Ralf Nettelstroth (CDU) und Rainer Ludwig (BfB) hätten sich der Debatte mit AfD-Mann Florian Sander gestellt. Aber auch Pit Clausen (SPD) oder Kerstin Haarmann (Grüne) könnten Sander doch locker Paroli bieten. Rhetorisch unterlegen sind auch sie dem Höcke- und Kalbitz-Anhänger gewiss nicht. Wer den AfD-Erfolg bei der Wahl verhindern will, muss jetzt die Auseinandersetzung suchen und sollte sich nicht drücken.

Ein Geschmäckle hat die Aktion auch gegenüber dem Seniorenrat, immerhin der offiziellen Vertretung der mehr als 80.000 älteren Mitbürger in der Stadt. Dessen Vorsitzender Dr. Wolfgang Aubke hatte schon in der Einladung betont, dass er alle Bewerber eingeladen habe, die vom Wahlausschuss gebilligt worden seien, mithin auch Sander. Jeder wusste also von Anfang an, wer da auf dem Podium sitzen würde. Kurz vor der Veranstaltung abzusagen, riecht dann auch ein bisschen nach wohlfeilem Kalkül.

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