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Begehrt, bewährt und heute oft ein bisschen belächelt: Walter Moritz (87) aus Werther erinnert an die gute alte Düppe

Pferdewagen brachte Henkelmänner

Werther

Was wurde schon fleißig gelästert über den guten alten Henkelmann! Und jetzt soll er aus dem Duden gestrichen werden? Das sorgt auch bei Pastor Walter Moritz aus Werther für Unverständnis; schließlich hat sein Großvater bis vor 100 Jahren das Mittagessen in Henkelmännern – auch Düppen genannt – ausgeliefert.

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Pastor Walter Moritz mit einem Foto aus dem Jahr 1934: Es zeigt ihn und seine Schwester Hanna auf dem Schoß ihrer Großeltern Heinrich und Marie Küster. Foto: Volker Hagemann

Was jahrzehntelang als praktischer Blechbehälter die mittägliche Stärkung unzähliger Arbeiter warm hielt, wurde später gern als Spottbegriff verwendet – wegen der Form mit dem praktischen Henkel: Mancher Radiorekorder mit Griff wurde ebenso als Henkelmann diffamiert wie vor über 40 Jahren der erste VW Golf Cabrio mit seinem massiven Überrollbügel. Und auch die Köln-Arena wird wegen ihrer Dach-Trägerkonstruktion gerne als „Henkelmännchen“ verulkt – rechtsrheinisch „op de schäl Sick“ („auf der falschen Rhein-Seite“) in Deutz gelegen, hat sie es bei manchem Ur-Kölner ohnehin schwer genug...

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