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Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld kam erstmals im digitalen Raum zusammen

Planungsdefizit im Haushalt wird aus Rücklagen beglichen

Bielefeld

Erstmals in der Geschichte des Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld hat die Tagungskonferenz der Kreissynode im digitalen Raum stattgefunden. Mehr als 100 Delegierte fanden sich am Freitag unter dem Vorsitz des Superintendenten Christian Bald zu einem so genannten Webinar ein. „Die Corona-Pandemie hat uns mit Nachdruck ins digitale Zeitalter katapultiert“, sagte Christian Bald im Vorfeld der Synode.

Uta Jostwerner

Synodalkonferenz des Evangelischen Kirchenkreises Bielefeld, gesendet aus dem Studio, mit (von links) Nora Göbel (Scriba), Superintendent Christian Bald und Christoph Steffen (Synodalassessor). Foto: Andreas Darkow

Themenschwerpunkte des höchsten Leitungsgremiums der Evangelischen Kirche in Bielefeld waren der Haushaltsplan 2021 sowie die Vorstellung eines Konzeptes zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt.

Laut Lagebericht von Uwe Gießelmann erhält der Evangelische Kirchenkreis für das Haushaltsjahr 2021 Kirchensteuerzuweisung von etwa 13,4 Millionen Euro. „Das sind etwa 200.000 Euro weniger als im Vorjahr“, verdeutlicht der Verwaltungsleiter. Zwar hätte die Rekordbeschäftigung zuletzt bei den Kirchensteuern für neue Rekorde gesorgt. Das Minus gehe jedoch auf coronabedingte niedrigere Einkünfte der Beschäftigten sowie auf demografische Entwicklungen zurück, so der Finanzexperte.

In Kombination mit höheren Aufwendungen zum Beispiel für den Pfarrdienst sowie weiteren Tarif- und Kostensteigerungen ergibt sich laut Gießelmann für 2021 ein Planungsdefizit von 397.000 Euro. „Es wird aus Rücklagen abgedeckt. Dennoch ist es das erste Mal seit 2012, dass wir mit einem Defizit abschließen“, verdeutlicht der Verwaltungsleiter.

Nichtsdestotrotz seien Kirchenkreis und Gemeinden auch im Hinblick auf den absehbaren Kirchensteuerrückgang dank der Konsolidierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre in einer relativ günstigen Ausgangssituation, konstatiert Uwe Gießelmann.

Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt

In diesem Jahr soll nun auch der Startschuss für ein groß angelegtes Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt starten. „Wir möchten allen Mitarbeitern das nötige Handwerkszeug mitgeben“, sagt Sandra Begemann, die gemeinsam mit Sebastian Heidbrede für das Projekt verantwortlich zeichnet.

Grundgerüst ist ein modular angelegter Schulungsplan, der auf die jeweils spezifischen Arbeitsbereiche – vom Küster über den ehrenamtlichen Mitarbeiter bis zur Kitaleitung – ausgerichtet ist. „Es gibt 14 unterschiedliche Schulungsmodule. Eine Kitaleiterin absolviert davon sechs Module mit 25 Unterrichtsstunden“, verdeutlicht Heidbrede. Die Schulungen sind für jeden Mitarbeiter verbindlich. „Unsere Hoffnung richtet sich darauf, dass durch Wissensvermittlung und Selbstreflexion sowie durch eine Grenzen achtende Kommunikation der Handlungsspielraum für die Täterinnen und Täter kleiner wird“, sagt Begemann.

„Das Thema ist uns so wichtig, dass wir es trotz aller Notwendigkeit zum Sparen mit entsprechenden Stellenmaßnahmen hinterlegt haben“, betont Christian Bald.

Digitalisierung schreitet weiter voran

Wie der Superintendent weiter ausführt, ist die fortschreitende Digitalisierung auch im Kirchenkreis Bielefeld ein großes Thema. So hat Pfarrer Sven-Christian Puissant ein Projekt zum digitalen Lernen und Kennenlernen, dem so genannten Blended Learning, auf auf den Weg gebracht und im Kreise der Synode vorgestellt.

Ferner soll das Zukunftsprojekt 2035 in Angriff genommen werden. Bald: „Damit wollen wir der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung und dem Wandel in allen Branchen Rechnung tragen und uns fragen, wie wir als Kirche darauf reagieren. Dazu wird es am 13. April eine Sondersynode geben.“

Der Evangelische Kirchenkreis Bielefeld hat rund 90.500 Mitglieder (Stand Ende 2019) und umfasst 22 Kirchengemeinden, zuzüglich Bethel. Er umfasst 121 Kreissynodale und 34,05 Pfarrstellen sowie zehn Stellen für den Religionsunterricht an Schulen und Berufsschulen.

Geografisch erstreckt sich der Kirchenkreis über das Stadtgebiet nördlich des Teutoburger Waldes. Brackwede, Senne und Sennestadt gehören zum Evangelischen Kirchenkreis Gütersloh.

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