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Nach dem Aufzug von Hooligans, Türstehern, Rockern und Rechten werden zahlreiche Strafverfahren eingeleitet

Polizei ermittelt gegen »Bürgerwehr«

Bielefeld (WB). Einen Tag nach dem Polizeikessel wegen der »Hooligan-Bürgerwehr« vom Sonntag am Jahnplatz und dem Polizeieinsatz mit Maschinenpistolen an der Disko- und Amüsiermeile Boulevard haben die Ermittler gestern weitere Details genannt.

Das hatte die »Hooligan-Bürgerwehr« dabei: Maskierungen (links), eine Gartenfackel und Pyrotechnik (Mitte) sowie Quarzsand-Handschuhe und vom Boxsport bekannte Mundschutz-Vorrichtungen. Foto: Polizei

Demnach sollen gegen die 67 Hooligans, Türsteher, Rocker und Anhänger der rechten Szene eine Reihe von Strafverfahren eingeleitet werden, sagte Polizeisprecher Achim Ridder. Gegen den Initiator des Aufzugs, einen Bielefelder, werde wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt.

»Bürgerwehr«-Mitglieder bekannt wegen Gewaltdelikten

Die mit Pyrotechnik, Maskierungen, Mundschutz-Vorrichtungen, die Schlagkraft verstärkenden Quarzsand-Handschuhen und einem Messer ausgerüsteten Gesinnungsgenossen hätten sich ebenfalls strafbar gemacht. Ridder: »Das Mitführen dieser Gegenstände bei einer Demonstration ist verboten.«

Den Angaben des Polizeisprechers zufolge sei ein Teil der auf dem Weg zum Diskoviertel festgesetzten »Bürgerwehr«-Mitglieder bekannt wegen Gewaltdelikten und rechtsgerichteten Straftaten. 18 Mitglieder der von Polizisten eingekesselten Gruppe kämen aus Bielefeld. »Etwa weitere 20 Personen sind aus weiteren Regionen Ostwestfalen-Lippes angereist. Der Rest stammt aus dem übrigen NRW und anderen Bundesländern wie Niedersachen oder Mecklenburg-Vorpommern«, berichtete Ridder.

Als Zeichen gegen die Bielefelder Täter aus der Silvesternacht gedacht

Den Erkenntnissen der Polizei zufolge sei der Aufmarsch in der Nacht zum Sonntag von der Türsteherszene organisiert worden. Maßgeblicher Initiator soll ein Mann aus Bielefeld sein. WESTFALEN-BLATT-Informationen zufolge wollte die »Hooligan-Bürgerwehr« mit ihrem öffentlichen Auftreten ein Zeichen gegen die Bielefelder Täter aus der Silvesternacht setzen. Deswegen war das eigentliche Ziel der Gruppe das Bahnhofsviertel. Die bei den 67 Personen sichergestellten Gegenstände ließen darauf schließen, dass die Gruppierung keine friedlichen Absichten gehabt hätte, sagte Polizeisprecher Ridder.

Gegen die drei in der Nacht zum Sonntag an der Amüsiermeile Boulevard festgenommenen Tatverdächtigen, die zum Jahreswechsel am Sturm auf die Disko »Elephant Club« beteiligt gewesen sein sollen, sind Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs ergangen, sagte der Polizeisprecher. Es handele sich um drei Marokkaner, die unter anderem in Bielefeld wohnen würden.

Auf Rockkonzert bestohlen

Unterdessen ist die Zahl der Rockkonzert-Besucher, die in der Nacht zum Samstag in der Disko Ringlokschuppen von Taschendieben bestohlen wurden, auf 17 Opfer angestiegen. Das teilte die Polizei mit. Mindestens 15 Gästen seien Mobiltelefone aus der Kleidung gezogen worden. In zwei Fällen hätten die Kriminellen Geldbörsen erbeutet.

Einige Opfer konnten die Täter beschreiben, die zwischen 20.30 Uhr und 22 Uhr auf Beutezug gingen. Einer soll zwischen 20 und 25 Jahre alt, 1,80 Meter groß und muskulös sein. Der Mann mit kurzen dunklen Haaren (an den Seiten kürzer geschnitten) war mit einem grauen T-Shirt mit V-Ausschnitt und Jeans bekleidet.

Sein Komplize soll etwa 1,65 Meter groß und kräftig sein. Er trug Vollbart und eine schwarze Brille. Bekleidet war er mit einem Camouflage-Cap und einem grauem T-Shirt.

Hinweise an die Kripo, Telefon 0521/5450.

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