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Zivilfahrzeug fährt auf Sicherungswagen der Autobahnpolizei auf

Polizisten rammen Streifenwagen

Bielefeld  (WB). Beim Absichern eines Staus auf der Autobahn 2 bei Vlotho ist ein Streifenwagen der Bielefelder Autobahnpolizei von einem Zivilfahrzeug des Polizeipräsidiums Bielefeld gerammt worden.

Jens Heinze

Symbolbild Foto: Mike-Dennis Müller

Polizeisprecherin Kathryn Landwehrmeyer bestätigte auf Anfrage den Unfall mit einem leicht verletzten Polizisten am Donnerstag gegen 21 Uhr in Fahrtrichtung Hannover.

Demnach warnte eine Streifenwagenbesatzung der Autobahnpolizeiwache Herford mit Blaulicht und roter Leuchtschrift auf der Stand- und Notfallspur vor Stau und stockendem Verkehr wegen eines Unfalls auf der A 2. Augenzeugenberichten zufolge näherte sich von hinten mit hoher Geschwindigkeit der Zivilwagen der Polizei. Dessen Besatzung befand sich im Einsatz, sagte die Polizeisprecherin.

Angaben zur Polizeieinheit, den Grund für den Einsatz und dessen Ort machte die Sprecherin nicht. Auch ließ sie offen, ob die Beamten mit Sonderrechten unterwegs waren und dazu beispielsweise ein mobiles Blaulicht auf das Dach ihres Fahrzeugs gesetzt hatten.

Verkehrssituation falsch eingeschätzt

Offenbar schätzten die Zivilkräfte die Verkehrssituation vor ihnen jedoch falsch ein. Bei der Notbremsung ihres Fahrzeugs sei dieses auf der Standspur gegen die Anhängerkupplung des haltenden und vor dem Stau warnenden Streifenwagens geprallt. Der Autobahnpolizist habe beim Auffahrunfall einen Schock erlitten und sei von Rettungskräften ambulant behandelt worden. Den Unfallschaden bezifferte die Polizeisprecherin auf etwa 150 Euro.

Ob die Karambolage für die Zivilkräfte trotz einer offenbar dringenden Einsatzfahrt mit hoher Geschwindigkeit dienstrechtliche Folgen haben wird, konnte die Polizeisprecherin nicht sagen. Das Geschehen auf der A 2 werde derzeit polizeiintern als ein Verkehrsunfall mit Sachschaden gewertet.

Nicht alle Regeln außer Kraft

Auch wenn Polizisten mit Blaulicht und Martinshorn zu einem dringenden Einsatz unterwegs sind, sind für sie nicht alle Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt. »Die Sonderrechte dürfen nur unter gebührender Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgeübt werden«, heißt es in Paragraf 35 der Straßenverkehrsordnung. Das gilt ebenfalls für die Feuerwehr, Rettungsdienste und andere Hilfsorganisationen wie beispielsweise das Technische Hilfswerk.

Bei einem Autobahnunfall vor gut drei Jahren starben zwei Polizisten in ihrem auf der Standspur gestoppten Streifenwagen. Am 2. Juli 2015 rammte ein unter Drogen stehender Lastwagenfahrer auf der A 44 bei Lichtenau (Kreis Paderborn) das Polizeiauto. Es ging in Flammen auf. Die Polizistin (46) und ihr Kollege konnten sich nicht mehr retten und verbrannten, der damals 34-jährige Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Die Beamten hatten kurz nach Mitternacht auf dem Standstreifen gewartet, um eine andere Streife bei der Kontrolle eines verdächtigen Autos zu unterstützen.

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