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EMO: Steinmeier besucht Nachwuchsstiftung Maschinenbau

Präsident plauscht mit Azubis

Hannover  (WB). Interessiert, locker und humorvoll – so erlebten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Montag nicht nur die Offiziellen des Maschinenbauverbandes bei der Fachmesse EMO, sondern auch viele junge Leute in Halle 24.

Edgar Fels

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier inmitten von Jugendlichen: In Halle 24 auf der weltgrößten Werkzeugmaschinenmesse EMO in Hannover besuchte er am Montag auch den Stand der Nachwuchsstiftung Maschinenbau. Die beiden Azubis Jana Luxen aus Bielefeld und Fabian Gretenkort aus Rheda-Wiedenbrück (links in weißen T-Shirts) waren dabei. Foto: Oliver Schwabe

Dort endete der etwa 90-minütige Rundgang von Steinmeier über die Messe. Das Thema Ausbildung liegt dem gebürtigen Detmolder am Herzen. Die beiden Azubis Jana Luxen (18) aus Bielefeld, die bei DMG Mori im dritten Lehrjahr Industriemechanikerin lernt, und Fabian Gretenkort (20) aus Rheda-Wiedenbrück, der sich bei der dort ansässigen Firma Simonswerk ebenfalls zum Industriemechaniker ausbilden lässt, standen Steinmeier Rede und Antwort.

Sie berichteten über ihre Ausbildung und ihre Pläne für später. »Ich will nach drei Jahren Ausbildung ein Studium aufnehmen«, berichtete Fabian Gretenkort. »Entweder Maschinenbau oder Mechatronik.« Von Jana Luxen wollte Steinmeier wissen, wie sie als Frau in den nach wie vor von Männern dominierten Beruf gekommen sei. »Mein Opa war Schlosser. Und außerdem interessiert mich die technische Arbeit«, sagte die junge Frau. Ein Praktikum habe sie schließlich überzeugt.

»Der hält mehr aus als der von Sebastian Vettel am Sonntag«

Dann überreichten die beiden Azubis gemeinsam mit Stiftungschef Peter Bole (68) Steinmeier als Geschenk ein Modell eines Formel-1-Wagens – bestehend aus 60 Einzelteilen, die allesamt an Dreh- und Fräsmaschinen in der Halle 24 gefertigt wurden. Als der Bundespräsident das Gewicht des Modells spürte, meinte er schmunzelnd: »Der hält mehr aus als der von Sebastian Vettel am Sonntag.« Bei dem Rennen in Singapur hatte es die beiden Ferrari nach einem Crash förmlich zerlegt.

Dann wollte der Bundespräsident sehen, wie die Einzelteile gefertigt werden. »Wie gehts los?« Jana Luxen reagierte schnell. »Wenn Sie Lust haben, können Sie das Programm starten.« Steinmeier drückte auf einen Knopf, den Jana ihm zeigte – und die Fräsmaschine startete. Steinmeier hatte sichtlich Spaß bei diesem Termin und stellte sich auch gerne zum Gruppenfoto mit den Jugendlichen auf. Aber er wollte auch wissen, wo der Schuh drückt.

48.000 junge Leute haben Ausbildung begonnen

Peter Bole, Leiter der Nachwuchsstiftung Maschinenbau, sagte: »Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen haben Probleme, die Ausbildungsstellen zu besetzen.« Hier setzt auch die Idee der Stiftung an. Sie will junge Menschen für einen Ausbildungsberuf im Maschinenbau begeistern und zugleich Lehrer und Ausbilder die Innovationen nahebringen. »Es geht um den Wissenstransfer von den Unternehmen an die Schulen«, erläuterte Andre Wilms, Standortleiter Nord der Nachwuchsstiftung. »Immer mehr junge Leute studieren. Die duale Ausbildung verliert an Bedeutung. Das wollen wir ändern.«

48.000 junge Leute haben dieses Jahr eine Ausbildung im Bereich Maschinenbau begonnen. Während der EMO erwartet die Stiftung in Halle 24 etwa 5000 Schüler. Sie können dort in etwa vier Stunden für sich selbst ein Formel-1-Modell fertigen.

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