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Universität Bielefeld steuert europäisches Forschungsprojekt

Projekt: Krebs gezielter bekämpfen

Bielefeld (WB). Die Universität Bielefeld übernimmt die Federführung eines europäisches Forschungsnetzwerks, das Abwehrmittel gegen die Bildung von Krebstumoren entwickeln soll.

Andreas Schnadwinkel

Das Forschungsprojekt des europäischen Netzwerkes soll zielgerichtete Krebstherapien finden. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Bei dem Projekt, das die Europäische Union (EU) mit etwa vier Millionen Euro fördert, arbeitet die Uni in den kommenden vier Jahren mit 14 Partnern zusammen.

Um Tumore zu behandeln, setzen Ärzte vor allem Operationen, Strahlen- und Chemotherapie ein. Das Forschungsprojekt soll zielgerichtete Krebstherapien finden. Der Ansatz: Spezielle Moleküle spüren Tumorzellen im Körper auf und geben einen Wirkstoff ab, der dafür sorgt, die wuchernden Zellen zu beseitigen.

15 Doktoranden werden bei „Magicbullet::Reloaded“, so der Name des Netzwerks, zusammenarbeiten. Die Wissenschaftler setzen die Arbeit von „Magicbullet“ fort. Von 2015 bis 2018 entwickelten sie die Grundlagen für Krebsmedikamente, die Peptid-Moleküle als Transporter für den Anti-Tumor-Wirkstoff nutzen.

„In dem neuen Netzwerk wollen wir diese Forschung ausweiten“, sagt Professor Dr. Norbert Se-wald von der Fakultät für Chemie und dem Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld. Künftig befassen sich die Forscher nicht mehr ausschließlich mit Verbindungen aus Peptiden (kleinen Eiweißmolekülen) und Anti-Tumor-Wirkstoffen. „Wir untersuchen nun zusätzlich zu Peptiden weitere kleine Moleküle, die mit Wirkstoffen verbunden werden und Tumorzellen zielgenau ansteuern“, so Sewald. Der zweite Schwerpunkt des neuen Projekts liegt auf den Wirkstoffen: „Wir konzentrieren uns dieses Mal auf Medikamente, die das Immunsystem dazu bringen, Tumore als schädlich zu erkennen und sie zu beseitigen.“

Das neue Projekt verknüpft Grundlagen- und Anwendungsforschung. „An den beteiligten Universitäten und Forschungsinstituten entwickeln wir Prototypen für künftige Tumortherapien“, sagt Norbert Sewald. „Diese Prototypen werden von den beteiligten Industriepartnern in vorklinischen Studien erprobt.“ Die ersten Ergebnisse aus „Magicbullet“ seien bereits sehr vielversprechend. Sewald: „Es ist aber noch ein sehr weiter Weg bis in die Klinik und wir können nicht erwarten, dass unsere Verbindungen bereits in den nächsten Jahren auf den Markt gelangen.“

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