1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Protest gegen Sonntagsmesse um 8.30 Uhr

  8. >

In der Gemeinde Maria Königin in Bielefeld-Baumheide sollen am Sonntag Unterschriften gesammelt werden

Protest gegen Sonntagsmesse um 8.30 Uhr

Bielefeld (WB). Die Gottesdienste in der katholischen Kirche Maria Königin in Baumheide sind ein Treffpunkt für Menschen aus vielen Nationen. Jetzt gibt es jedoch Sorge, dass sie künftig von weniger Christen besucht werden könnten. Grund ist die neue Gottesdienstordnung im Pastoralverbund Bielefeld-Ost, die die Termine und Anfangszeiten der Gottesdienst regelt. Ab November soll es in Maria Königin anstatt zwei Messen am Wochenende nur noch eine am Sonntag geben, die schon um 8.30 Uhr beginnt.

Hendrik Uffmann

Die katholische Kirche Maria Königin in Baumheide wird von Christen aus vielen Nationen besucht. Foto: Hans-W. Büscher/Archiv

Gegen diese Neuordnung formiert sich Protest. Am Mittwoch hat sich ein Initiativkreis gebildet, der an diesem Sonntag zu einem Treffen nach dem Gottesdienst in der Baumheider Kirche einlädt. Dann sollen auch Unterschriften gesammelt werden, um eine Änderung der Gottesdienstzeiten herbeizuführen.

Aufgrund des Priestermangels neue Organisation eingeführt

Im Februar 2018 waren drei Pastoralverbünde für Bielefeld gegründet worden – für die Bereiche Mitte-Nord-West, Süd und Ost. Diese sind jedoch nur ein Zwischenschritt. Bis spätestens 2025 soll es in Bielefeld nur noch einen pastoralen Raum geben.

Zum Pastoralverbund Ost gehören die Gemeinden St. Hedwig (Heepen), St. Meinolf, St. Josef, Liebfrauen (alle Mitte), St. Bonifatius (Stieghorst), Maria Königin (Baumheide) und Heilig Kreuz (Brake) mit insgesamt mehr als 20.000 katholischen Christen. Leiter des Verbundes ist Pfarrer Bernhard Brackhane.

Hintergrund der Pastoralverbünde und der Neuorganisation ist, dass aufgrund des Priestermangels eine neue und straffere Organisation eingeführt und Verwaltungsstrukturen vereinfacht werden sollen. Das Leben in den Gemeinden solle darunter jedoch nicht leiden, hatte es bei der Unterzeichnung der Pastoralvereinbarungen geheißen.

»Das Ende der gut besuchten Baumheider Gottesdienstfeiern«

Für den Pastoralverbund Ost soll nun ab dem 1. November eine neue Gottesdienstordnung gelten. Bei deren Erarbeitungen seien mehrere Anforderungen beachtet worden, heißt es von der Kirche. Unter anderem behalte jede der sieben Kirchen des Verbundes eine Vorabend- oder eine Sonntagsmesse, die eingeschränkte Mobilität mancher Kirchgänger sei berücksichtigt worden und die neuen Regelungen seien weitgehen stabil und berechenbar. Außerdem sollen die gewohnten Zeiten so weit wie möglich bestehen bleiben.

Gottesdienstbesucher in Baumheide fühlen sich nun jedoch besonders betroffen. Denn künftig soll es dort keine Vorabendmesse mehr geben, und der Gottesdienstbeginn am Sonntag werde um fast zwei Stunden auf 8.30 Uhr vorgezogen.

Dies könne das Ende der lebendigen und gut besuchten Baumheider Gottesdienstfeiern bedeuten, heißt es von Besuchern. Gerade in Baumheide, das häufig als sozialer Brennpunkt beschrieben werde, sei die Messe für viele jedoch ein wichtiges Stück Heimat geworden. Deshalb will sich der Initiativkreis nun dafür einsetzten, die Gottesdienstzeiten für Baumheide wieder zu ändern.

Startseite