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Bielefelder Konzern Dr. Oetker will Dessert-Kreationen anbieten – Start in Kalifornien

Pudding-Store namens „Pudu“

Bielefeld (WB). Plant Dr. Oetker eine auf mehreren Kontinenten agierende Systemgastronomie-Kette? Nach Informationen der „Lebensmittelzeitung“ will der Bielefelder Konzern in Amerika, Europa und Asien eine Kette aus Pudding-Restaurants aufbauen. Sie sollen den Namen „Pudu Pudu” tragen. Oetker selbst bestätigte am Freitag lediglich, dass die erste Eröffnung eines Pudding-Stores in Venice Beach in Kalifornien geplant ist.

Paul Edgar Fels

So sieht das erste Pudding-Lokal von Dr. Oetker im kalifornischen Venice Beach aus. Es soll eröffnet werden, sobald es die Corona-Lage zulässt. „Pudu Pudu“ ist ein sogenannter Dessert-Store und bietet Pudding in allen denkbaren Geschmacksrichtungen, heißt es. Foto:

Ob es darüber hinaus zu einer weiteren Expansion in weiteren Ländern kommt, „steht derzeit noch nicht fest“, erklärte am Freitag eine Sprecherin des Konzerns auf Anfrage. Zum Konzept sagte sie: „Pudu Pudu ist ein sogenannter Dessert-Store und richtet sich an alle, die schnell und unkompliziert ein besonderes Dessert-Erlebnis suchen.“ Der Store sei modern eingerichtet und füge sich in das „hippe“ Erscheinungsbild von Venice Beach ein. In dem Pudding-Store werde es Pudding „in allen denkbaren Geschmacksrichtungen“ geben – versehen mit einer großen Auswahl an verschiedenen Soßen und Toppings.

Eintrag auf einem Linked-In-Profil einer leitenden Mitarbeiterin?

Nach Recherchen der „Lebensmittelzeitung“ hegt Oetker Pläne für eine auf mehreren Kontinenten agierende Systemgastronomie-Kette. Das Branchenblatt beruft sich auf „mehrere mit dem Restaurantkonzept vertraute Personen“. Zudem sei das Vorhaben aus einem Eintrag auf dem Linked-In-Profil einer leitenden Oetker-Mitarbeiterin hervor gegangen. Demnach plant die im vergangenen Jahr gegründete Konzerntochter Dr. Oetker Hospitality, die Systemgastronomie-Kette zügig zu vergrößern. Der Linked-In-Eintrag sei inzwischen gelöscht worden.

Innerhalb eines Jahres sollen drei „Pudu Pudu”-Restaurants eröffnen, berichtet die „Lebensmittelzeitung“. Für das zweite Jahr seien fünf, anschließend jährlich mindestens 20 Eröffnungen geplant. Die Pläne sehen zunächst eine Expansion in den USA vor. Ist „Pudu Pudu” dort erfolgreich, sollen Lokale der Kette auch in Europa und Asien entstehen. Damit erprobe Oetker zum ersten Mal ein Gastronomiekonzept in Amerika. In Europa tritt die Nahrungsmittelsparte des Unternehmens bislang vor allem mit einem Café in der Schweizer Stadt Luzern als Gastronom auf. Nach dem Vorbild des „Gugelhupf” genannten Lokals wolle Oetker noch in diesem Jahr ein Café in Frankfurt eröffnen.

Name der Systemgastronomie gehe auf Mini-Hirsch Pudu zurück

Auch die „Pudu Pudu”-Restaurants sollen den Informationen zufolge teils Franchisenehmer führen. Der Name der Systemgastronomie-Kette lehne sich an die Tiergattung Pudu an, die als kleinste Hirschart der Welt gilt. Die Bezeichnung solle zudem offenbar auf das Angebot der Restaurants deuten: „Pudu Pudu” will Kunden mit ausgefallenen Pudding-Varianten locken. Am Venice Beach sollen etwa ein Karamell-Popcorn-Pudding mit dem Namen „Giggle in the Dark” und ein „Wow in the Wild” genannter Blaubeer-Pudding erhältlich sein. Die Corona-Pandemie hat die Eröffnung in den USA bisher verzögert.

Weitere Gastronomie-Pläne von Dr. Oetker

Im Juni stellte Dr. Oetker eine Gastronomie-Fläche in einem Koblenzer Edeka-Markt vor, die als Bistro mit dem Namen der früheren Oetker-Werbefigur „Frau Renate” daherkommt, so die „Lebensmittelzeitung“. Auf der Fläche seien etwa Pizzas, Waffeln und Puddings mit Zutaten aus dem Oetker-Portfolio erhältlich. Der Hersteller will weiteren Händlern das Konzept als Franchise-Modell anbieten, sofern es sich in Koblenz als erfolgreich erweist. Dr.-Oetker-Deutschlandchef Hans-Wilhelm Beckmann sagte dem Blatt: „Hersteller wie Dr. Oetker müssen ihre Rolle überdenken, Neues ausprobieren und mehr machen, als einfach nur Produkte für die Regale des Handels zu liefern.”

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