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Coronavirus vereitelt Ursprungsplanung – Konsens mit Umweltbehörde

Quelle-See: Badespaß wahrscheinlich erst 2021

Bielefeld (WB). Gut 200 Dauercamper und so manche auswärtigen Übernachtungsgäste des Queller Campingplatzes warten seit Monaten sehnsüchtig darauf. Doch höchstwahrscheinlich wird es im Sommer 2020 nichts mehr mit dem lange angekündigten Badebetrieb im privaten Quelle-See.

Am östlichen Ufer des Quelle-Sees legt Claus Meyer zu Bentrup aus Holz und Steinen Kleinbiotope an, in denen Amphibien und Reptilien Unterschlupf finden sollen. Hinten links ist der Bereich zu erkennen, in dem der Badestrand entsteht. Foto: Markus Poch

Das hat das Bielefelder Umweltamt jetzt der Eigentümerfamilie Meyer zu Bentrup mitgeteilt. Die Gründe liegen in der allgemein unsicheren Corona-Situation und in einigen Regularien, die noch nicht endgültig geklärt sind.

Während Hofchef Claus Meyer zu Bentrup diese Nachricht gelassen aufnimmt, kann sein Bruder Rolf, der den direkt angrenzenden Campingplatz betreibt, eine gehörige Portion Enttäuschung nicht verbergen: „Wir hatten fest mit 2020 als erster Badesaison gerechnet“, sagt er. „Es wäre sehr schade, wenn das nicht funktionieren würde. Wir haben täglich Anfragen von interessierten Touristen, die dann im Zweifelsfall eben doch nicht zu uns kommen.“

Es besteht noch Klärungsbedarf

„Ein Badebetrieb im Quelle-See noch in diesem Sommer ist unwahrscheinlich, aber ganz ausschließen würde ich ihn nicht“, erklärt Adam Marek, Gewässerexperte beim Umweltamt. Denn immerhin bestehe im Groben ein Konsens zwischen der Unteren Naturschutzbehörde, dem Naturschutzbeirat, dem Gutachter und der Eigentümerfamilie, das fast zehn Hektar große, frühere Acker- Gelände südlich der Osnabrücker Straße zu Teilen als Freizeitsee, zu Teilen als Rückzugsraum für Pflanzen und Tiere zu nutzen.

Laut Marek sind Themen wie Ausgleichsflächen, Ufergestaltung/Rettungswege und der Umgang mit der fortschreitenden Sandabgrabung noch nicht abschließend diskutiert worden. Wegen Corona hätten sich Termine verschoben. „Aber wenn zum Beispiel im August alle Punkte geklärt sein sollten und das Coronavirus keine Probleme mehr macht, könnte der Badebetrieb noch dieses Jahr für einige Wochen starten“, sagt Adam Marek.

Rolf Meyer zu Bentrup steht jederzeit bereit. „Bademeister, Sanitärkabinen, Strandzugang und andere Dinge – das alles ist kurzfristig lösbar“, betont er. Klein und überschaubar, quasi mit angezogener Handbremse, zu beginnen, hält er für eine gute Idee, um daraus zu lernen und damit für die erste richtige Badesaison 2021 gut gerüstet zu sein.

Mehrere Kleinstbiotope

Am östlichen Seeufer, gegenüber dem künftigen Badestrand der Camper, hat Hofchef Claus Meyer zu Bentrup inzwischen damit begonnen, verschiedene Gestaltungsideen umzusetzen, damit sich Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögel in dem sandigen Terrain besonders wohl fühlen. So sind im Umfeld zweier flacher Tümpel seit Jahresbeginn aus Natursteinen und Holz mehrere Kleinstbiotope entstanden.

Sandsteinhaufen, eine Trockensteinmauer sowie eine Hecke aus Strauch- und Baumschnitt sollen Kleintieren komfortable Unterschlupf- und Überwinterungsmöglichkeiten bieten. Zusätzlich ist die bestehende Botanik um einige heimische Pflanzen ergänzt worden.

Aktuell freut sich Claus Meyer zu Bentrup über Nachwuchs bei den fünf dort lebenden Amphibienarten: Teichfrosch, Grasfrosch, Erdkröte, Teichmolch und Bergmolch haben sich am Quelle-See bereits vermehrt.

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