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Historiker recherchiert neue Quellen – Bar im Neuen Bahnhofsviertel heißt jetzt „Liv“

„Raebel war mehr als ein Mitläufer der Nazis“

Bielefeld

Die Bar „Max Raebel“ am Boulevard 1 heißt ab sofort „Liv“ nach dem schwedischen Wort für Leben. Dabei hatten die beiden Geschäftsführer Ivo Klumpp und Mirko Schmidt 2017/2018 den gebürtigen Bielefelder (1874-1946) für den idealen Namenspatron gehalten, nachdem sie dessen Leben anhand der ihnen damals zugänglichen Quellen recherchiert hatten. Inzwischen aber ist, so Schmidt, „der Name keine Option mehr“. Denn Historiker Dr. Reinhold Brunner (61), Stadtarchivar von Eisenach, der Stadt, in der Raebel bis zu seinem Tod gelebt hat, hat neue Erkenntnisse gewonnen. Brunner: „Max Raebel war nicht nur Mitglied der NSDAP – er war auch mehr als ein Mitläufer der Nazis.“

Von Burgit Hörttrich

Der Name „Max Raebel“ für die Bar am Boulevard 1 ist Geschichte. Nachdem Historiker Dr. Reinhold Brunner (Mitte) gesicherte Nachweise dafür erbracht hat, dass der gebürtige Bielefelder Raebel – Komponist, Maler, Polarreisender und Extremsportler – Mitglied der NSDAP und „mehr als ein Mitläufer“ war, nennen Bar-Geschäftsführer Ivo Klumpp (links) und Mirko Schmidt das Lokal um. Es trägt ab sofort den Namen „Liv“ – das schwedische Wort für Leben. Foto: Burgit Hörttrich

Den beiden Bielefelder Gastronomen bescheinigt Brunner ausdrücklich, dass sie bei der Namensgebung ihrer Bar nichts über diesen Aspekt aus Raebels Biografie hatten wissen können. Er selbst sei erst im Bundesarchiv auf eine Karteikarte gestoßen, die darüber Auskunft gibt, dass Raebel am 1. Oktober 1932 Mitglied der NSDAP geworden sei. Brunner: „Bei der Entnazifizierung Ende 1945 hat er das auch nicht verschwiegen.“

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