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SUV-Fahrer aus Steinhagen in Bielefeld zu hoher Geldstrafe verurteilt

Raser verursacht tödlichen Unfall

Bielefeld (WB/hz). Wegen der fahrlässigen Tötung eines Menschen auf der Steinhagener Straße in Ummeln hat das Amtsgericht einen Autofahrer (28) verurteilt. Der Mann aus Steinhagen, der am 24. Februar mit seinem schweren SUV einen Motorradfahrer (56) erfasst und tödlich verletzt hatte, muss 11.250 Euro Geldstrafe zahlen. Die 150 Tagessätze zu je 75 Euro bewerten nicht ein Menschenleben, sondern die Schuld des Angeklagten, sagte Richterin Michaela Lixfeld.

Ein Polizist sichert am Unfalltag Spuren am Motorrad des tödlich verunglückten 56-Jährigen. Foto: Christian Müller/Archiv

Die Schuld des SUV-Fahrers soll erheblich gewesen sein, stellte Unfallgutachter Uwe Hagemann von der Prüforganisation Dekra fest. Den Berechnungen des Experten zufolge fuhr der 28-Jährige auf der Steinhagener Straße bei erlaubtem Tempo 70 um die 20 bis 40 Kilometer zu schnell.

Der Unfalltag, der 24. Februar dieses Jahres, war ein sonniger Spätwinter-Sonntag. Es herrschte ideales Wetter für eine Motorradtour: trockene Straßen bei milden Temperaturen. Für den Motorradfahrer aus Rheda-Wiedenbrück, der auf seinem großen Touren-Motorrad, eine BMW K 1200 LT, auf dem Weg von Bielefeld nach Steinhagen war, endete jener Sonntag gegen 14.50 Uhr tödlich.

Ausweichmanöver links in den Gegenverkehr

Der 56-Jährige starb nach dem Zusammenstoß mit dem fast 2,2 Tonnen schweren BMW-SUV des Angeklagten auf der Ummelner Straße direkt an der Kreisgrenze Bielefeld/Kreis Gütersloh. Der mit Rettungshubschrauber Christoph 13 eingeflogene Notarzt konnte nur noch den Tod des Motorradfahrers feststellen.

Auslöser für den tödlichen Unfall war ein normales Geschehen im Straßenverkehr. Am 24. Februar wollte die 19-jährige Fahrerin eines VW Golf, aus dem Kreis Gütersloh kommend, an der Kreisgrenze nach rechts zum ersten Haus in Ummeln abbiegen. Dass die Frau den Blinker setzte und ihre Geschwindigkeit drosselte, bekam der SUV-Fahrer viel zu spät mit. Beim Versuch, nach links in den Gegenverkehr auszuweichen, rammte der Steinhagener mit seinem SUV erst den VW Golf. Der wurde durch die Wucht des Aufpralls des schweren BMW X5 nach rechts auf einen Acker geschleudert und blieb dort mit einem kapitalen Schaden an der Hinterachse abseits der Fahrbahn liegen.

Laut Gutachter war das Tempolimit überschritten

Dann erfasste der SUV-Fahrer den entgegenkommenden Motorradfahrer. Der 56-Jährige, der sich laut Aussage eines Zeugen ans Tempolimit gehalten haben soll, wurde vom Zweirad vor das Heck eines am rechten Straßenrand geparkten Autos geschleudert. Dann schlug das Opfer auf dem Asphalt auf. Kurz darauf stellte der eingeflogene Notarzt den Tod des Rheda-Wiedenbrückers fest. Die verunglückte Golffahrerin erlitt einen Schock. Der SUV-Fahrer und seine Beifahrer blieben unverletzt.

Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte bei den Angehörigen des Todesopfers und sagte, dass er offenbar wegen der Sonneneinstrahlung das Abbiegemanöver des vorausfahrenden VW Golf nicht erkannt habe. Dass er laut Gutachter das Tempolimit auf der Steinhagener Straße um bis zu 40 Kilometer überschritten haben soll, könne er sich nicht vorstellen, meinte der 28-Jährige.

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