36-jähriger Mann aus Löhne muss sich vor dem Bielefelder Landgericht verantworten – Betreiber wehren sich

Räuber mit Wischmopp aus Imbiss vertrieben

Bielefeld

„Wir lassen uns doch nicht einfach ausrauben!“, sagte der Bielefelder Eray Ari nach dem Überfall. Der Betreiber eines griechischen Imbisses und sein Onkel trugen im November 2020 maßgeblich dazu beigetragen, dass die Kripo einen mutmaßlichen Räuber fassen konnte. An diesem Dienstag, 18. Mai, muss sich der 36-jährige Mann aus Löhne vor dem Bielefelder Landgericht verantworten.

Christian Althoff 

Turan Ari (links) und sein Neffe Eray wehrten sich gegen einen Räuber, der ihren Imbiss ausrauben wollte. Foto: Thomas F. Starke

Es war am Donnerstag, 12. November 2020, gegen 23.40 Uhr. Eray Ari wischte den Boden im „Grill Olympia“, als ein Unbekannter mit einer Pistole in den Imbiss kam, drohte und Geld forderte. „Ich habe ihm den Wischmopp ins Gesicht geschlagen, und er hat sich gewehrt.“ In der Zwischenzeit hatte sich Turan Ari von hinten an den Täter geschlichen und ihn gepackt „Da konnte ich ihm die Pistole abnehmen und ihm damit zweimal auf den Kopf schlagen“, sagt Eray Ari. Der Mann sei geflohen, aber die Pistole und seine Maske habe er zurückgelassen. „Die Maske war selbst gemacht. Aus einem weißen T-Shirt, eine Art Sturmhaube.“

An den Gegenständen wurden DNA-Spuren gesichert, die zu einem Eintrag in der DNA-Datenbank passen. Sie gehören dem 36-jährigen Mann aus Löhne, der unter anderem wegen Raubes polizeibekannt ist.

Vor dem Bielefelder Landgericht wird er sich wegen weiterer Taten verantworten müssen. So wirft die Staatsanwaltschaft ihm vor, am 24. Oktober 2020 einen Verbrauchermarkt in Bielefeld überfallen zu haben. Bargeld soll er dabei nicht erbeutet haben, weil sich die Kasse aus technischen Gründen nicht öffnen ließ. Stattdessen soll der Angeklagte mehrere Zigarettenschachteln gestohlen haben.

Der Prozess beginnt am Dienstag um 9 Uhr vor dem Landgericht. Es sind drei Verhandlungstermine angesetzt.

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