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Virtual-Reality: So lernen Studierende an der FH Bielefeld Arbeit an konkreten Fällen

Reanimation üben mit digitaler Brille

Bielefeld

Mit geübten Handgriffen packt Amelie Wefelnberg das Verbandszeug aus. „Jetzt kurz stillhalten, das kann etwas weh tun“, sagt sie mit ruhiger Stimme zu der Patientin auf dem Krankenhausbett, während sie die offene Wunde am Schienbein verbindet.

Lisa Nagel arbeitet im Projekt mit.Lisa Nagel arbeitet im Projekt mit.

Eine alltägliche Situation in einem Krankenhaus oder Pflegeheim. Doch statt Gemurmel auf dem Krankenhausflur summt nur ein Beamer leise unter der Decke. Amelie Wefelnberg befindet sich auch nicht in einem Krankenzimmer, sondern im Skills Lab der Fachhochschule (FH) Bielefeld. Statt in weißer Kluft Aug in Aug mit einer Kranken zu sein, trägt sie lediglich eine schwarze Virtual-Reality-Brille auf dem Kopf und vollführt Bewegungen im luftleeren Raum. Was ist da los?

Amelie Wefelnberg studiert am Fachbereich Gesundheit der FH Bielefeld und ist zudem wissenschaftliche Hilfskraft im Forschungsprojekt „Digitale und virtuell unterstützte Fallarbeit in den Gesundheitsberufen“ (DiViFaG). In dem Projekt werden verschiedene „eSzenarien“ zur problemorientierten Fallarbeit entwickelt und erprobt. Die Szenarien simulieren mithilfe digitaler Technologien wie der virtuellen Realität (VR) Alltagssituationen im Gesundheitsbereich, beispielsweise die Kommunikation mit Patientinnen und Patienten, die Infusionsvorbereitung oder eben die Versorgung von Wunden in einer virtuellen Umgebung.

Auf Herz und Nieren geprüft

Studierende des Studiengangs Pflege haben in einem ersten Schritt bereits zwei von zahlreichen weiteren geplanten eSzenarien erprobt und auf „Herz und Nieren“ geprüft. Dabei handelt es sich um die Szenarien „Menschen mit chronischen Wunden begleiten“ und „In Notfallsituationen handeln“. Funktioniert die Bedienung der VR-Brille? Werden alle wichtigen Handlungsschritte abgefragt? Und vor allem: Ist die Übung auch realistisch? Das waren die wichtigsten Ausgangsfragen für den Check.

„Die Szenarien basieren immer auf einem authentischen Fallbeispiel, das didaktisch aufbereitet wurde“, erklärt Lisa Nagel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt. „Die Studierenden können sich in Audiodateien die verschiedenen Perspektiven der beteiligten Akteurinnen und Akteure, beispielsweise der verletzten Person oder der behandelnden Ärztin, anhören, wodurch ein umfassendes Bild der Lage entsteht.“

Übungen in dreidimensionaler Umgebung

Nach einer kurzen Einführung durften die Studierenden in die VR-Brille und die dazugehörigen Controller schlüpfen. Über den Bildschirm in der Brille finden sie sich in einer dreidimensionalen Umgebung wieder und müssen mit den Patienten sprechen, bestimmte Handlungsschritte absolvieren und beispielsweise eine Reanimation an einer Person vornehmen.

Derartige praxisnahe Übungen sind wichtiger Bestandteil der Ausbildung im Gesundheitsbereich. Die virtuellen Übungen sollen die Aufgaben im Skills Lab oder den Austausch mit Lehrenden keinesfalls ersetzen, sondern den Studierenden ergänzend Sicherheit für die praktischen Übungen und den späteren Berufsalltag geben.

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