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Wie viele Kinder und Erzieher tatsächlich dabei sind, ist noch unklar

Rückkehr in die Kindergärten

Bielefeld (WB). Zumindest die letzten Wochen ihrer Kindergartenzeit sollen die künftigen Erstklässler noch genießen können. Deshalb dürfen die Vorschulkinder nach zehn Wochen Corona-Zwangspause von diesem Donnerstag an als erste zurück in die Kitas.

Peter Bollig

Unter Einschränkungen soll der Regelbetrieb in den Kitas am 8. Juni starten. An diesem Donnerstag kehren die Vorschulkinder zurück. Foto: dpa

Vom 8. Juni an öffnen sich die Kindergärten in Bielefeld dann wieder allen anderen Jungen und Mädchen. Wie viele Kinder zurückkehren, ist den Kita-Trägern allerdings noch unklar – ebenso wie viele Erzieherinnen und Erzieher dann zur Verfügung stehen.

„Erst wenn wir da einen klaren Überblick haben, wissen wir, wie unser Angebot aussehen kann“, sagt Sozialdezernent Ingo Nürnberger. Denn inzwischen entscheidet nicht mehr allein das Alter, ob Mitarbeiter pauschal zur Risikogruppe gehören und daher nicht arbeiten müssen. Vielmehr soll jetzt jeder Einzelfall arbeitsmedizinisch beurteilt werden.

Es werde noch einige Tage dauern, bis die Atteste der betroffenen Mitarbeiter vorlägen, sagt Jugendamtsleiter Georg Epp. Erst dann könnten Dienstpläne aufgestellt werden. Etwa 15 Prozent der Erzieher hätten Vorerkrankungen. Die Frage sei nun, wie viele zum Arzt gingen und sich vom Dienst befreien ließen.

„Eltern fiebern der Wiedereröffnung schon entgegen“

Im Jugendamt geht man außerdem davon aus, dass auch am 8. Juni noch nicht alle Eltern ihre Kinder wieder in die Kita bringen. Georg Epp stützt sich auf die Erfahrungen aus der Notbetreuung der vergangenen Wochen. Auch da hätten, wohl aus Sorge vor einer Infektion, nicht alle Eltern, die einen Anspruch auf Betreuung hatten, ihre Kinder in die Kita gebracht.

Zudem gebe es seit Mitte Mai die Möglichkeit, dass bis zu fünf Kinder privat betreut werden. Auch davon würden wohl etliche Eltern Gebrauch machen. Epp rechnet damit, dass am 8. Juni rund 70 bis 80 Prozent der 12.400 Bielefelder Kindergartenkinder in die gut 200 Kitas zurückkehren.

„Die Eltern fiebern der Wiedereröffnung schon entgegen“, weiß Ute Eberlein, Leiterin des Referats Tageseinrichtungen für Kinder beim Evangelischen Kirchenkreis Bielefeld, der 32 Kitas betreibt. „Der überwiegende Teil der Kinder kommt wohl am 8. Juni wieder zurück.“ Wie in allen Kindertagesstätten können auch die evangelischen die Gruppen dann wieder neu zusammensetzen, was in der Regel bedeuten wird, die bisherigen Notgruppen aufzulösen und zu den Gruppen aus der Zeit vor der Pandemie zurückzukehren.

Die gebuchten Betreuungszeiten werden verkürzt

Aber auch bei den evangelischen Kitas bleibe die Frage, welche Mitarbeiter dann dabei sind, noch offen. Einige Kitas hätten viele ältere Kollegen, andere sehr junge Teams. Personal zu verschieben, solle aber möglichst vermieden werden, sagt Ute Eberlein.

Helfen soll die vom Land vorgegebene Regelung, dass die gebuchten Betreuungszeiten um jeweils zehn Stunden auf 35, 25 der 15 Stunden verkürzt werden. Ingo Nürnberger macht auch deutlich: „Wir werden ab dem 8. Juni in vielen Kitas ein auskömmliches Angebot machen können, aber vielleicht nicht in der gewohnten Qualität. Der Kita-Alltag wird anders sein.“ Dazu gehört auch, dass sich die Kinder und Erzieher verschiedener Gruppen möglichst nicht begegnen sollen, um im Falle einer Corona-Infektion nicht die ganze Kita schließen zu müssen. Kinder und Erzieher tragen keine Schutzmasken, auch Abstandsregeln gelten untereinander nicht. Laut Georg Epp soll in den Einrichtungen aber häufiger geputzt und desinfiziert werden.

Ab dem 8. Juni dürfen auch Eltern die Kitas wieder betreten. Welche Hygiene-Regeln dann gelten sollen, ob Kinder an der Tür abgegeben werden oder bis in die Gruppe gebracht werden können, ist noch unklar. „Wir machen da noch keine Pläne und warten auf Vorgaben des Landes“, sagt Ute Eberlein. Die sollen in den nächsten Tagen kommen. Ingo Nürnberger kündigt an, dass das Jugendamt eine koordinierende Funktion nicht nur für die gut 40 städtischen, sondern auch für die Kindergärten in freier Trägerschaft übernehmen werde.

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