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Handelsverband kritisiert Baumaßnahmen am Verkehrsknoten in der Adventszeit

Umbau des Adenauerplatzes: „Rückt Bielefeld in ein schlechtes Licht“

Bielefeld

Als „unverantwortlich“ kritisiert der Handelsverband die Pläne der Stadt, den Umbau des Adenauerplatzes in die Vorweihnachtszeit zu verlegen und die Altstadt als Umleitungsstrecke auszuweisen.

Der Adenauerplatz soll vom 10. Oktober an in mehreren Schritten umgebaut werden. Foto: Bernhard Pierel

 „Die Stadt Bielefeld plant den Umbau des Verkehrsknotens Adenauerplatz unmittelbar im beginnenden Weihnachtsgeschäft und keiner denkt darüber nach, welche wirtschaftlichen Folgen das für den mehr als gebeutelten Handel im Oberzentrum Bielefeld hat“, erklärt Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Ostwestfalen-Lippe.

Selbstverständlich müsse diese seit langem bestehende unsichere Verkehrssituation für den Radverkehr verbessert werden, aber gefühlt existiere diese seit vielen Jahren. „Natürlich darf dort niemand weiterhin einem überhöhten Risiko ausgesetzt werden, aber was seit Jahren als noch tolerierbar eingestuft wurde, jetzt ohne Beteiligung der Politik, Wirtschaft und allen Interessenvertretern durchzuboxen, ist schlicht instinktlos,“ so Kunz.

Der Handel im Oberzentrum habe bereits im vergangenen Weihnachtsgeschäft durch den zeitgleichen Umbau des Jahnplatzes und dem Verkehrsversuch mit Sperrung Waldhof rund 90 Millionen Euro Einzelhandelsumsatz eingebüßt.

„Ob Politik, Wirtschaft und Verwaltung: Alle waren sich einig, dass solche Fehler nie wieder passieren dürfen, weil es Arbeits- und Ausbildungsplätze vernichtet, die oberzentrale Funktion der Stadt Bielefeld über Gebühr einschränkt und am Ende die Stadt Bielefeld in ein ganz schlechtes Licht in der Gesamtregion setzt. Jetzt die gleichen Fehler erneut zu begehen, obwohl wir deutlich und unmissverständlich kommuniziert haben, wie groß die Verzweiflung in der Händlerschaft bereits im vergangenen Jahr war, ist unverantwortlich. Ganz zu schweigen von der Not im Handel seit dem Kriegsbeginn inklusive sinkender Verbraucherstimmung und deutlicher Kostensteigerungen. Jetzt zusätzlich noch von einem Alleingang der Verwaltung in die Zange genommen zu werden, kritisieren wir in aller Schärfe“, erklärt der Hauptgeschäftsführer.

Arbeiten sollen später beginnen

Der Handelsverband fordert alle Verantwortlichen auf, die Baumaßnahme im 1. Quartal 2023 zu beginnen und zukünftig den Handel bei solch bedeutsamen Planungen frühzeitig einzubinden. „Stattdessen erfolgt die Erst-Information der kurzfristig anstehenden Baumaßnahme über die Tageszeitungen und zu unserer größten Verwunderung soll jetzt sogar eine Umleitung durch die Altstadt (Waldhof) führen“, kritisiert Kunz.

Wie berichtet sollen der Adenauerplatz und die umliegenden Kreuzungen nach Vorschlag der Unfallkommission bis Ende Januar 2023 umgebaut werden, um insbesondere die Situation für Radfahrer zu verbessern. Damit einher geht eine Sperrung des zentralen Verkehrsknotenpunkts.

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