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Am 21. Januar sollen die Inzidenzwerte von Stadt und RKI wieder übereinstimmen

Schluss mit den Geisterzahlen

Bielefeld

Spätestens am 21. Januar sollen die Inzidenzwerte des Robert-Koch-Institutes und der Stadt Bielefeld wieder übereinstimmen. Das kündigt Norbert Wörmann, neuer Leiter der Corona-Abteilung im Bielefelder Gesundheitsamt, an. Die letzten Nachmeldungen aus der Festtags-Beule erfolgen bis diesen Donnerstag

Michael Schläger

Spätestens am 21. Januar sollen die Inzidenzwerte des Robert-Koch-Institutes und der Stadt Bielefeld wieder übereinstimmen. Foto: imago images

Die letzten Nachmeldungen aus der Festtags-Beule erfolgen bis diesen Donnerstag. Aktuell gibt es einen Riesen-Unterschied in den Zahlen: Das RKI meldet für Bielefeld eine Wocheninzidenz von 283,1, die Stadt 167,4.

Wie ist es zum Meldestau gekommen?

„Über die Feiertage bestand keine Meldepflicht. In den Tagen dazwischen haben Krankheitsausfälle die personelle Situation im Gesundheitsamt nachhaltig verschlechtert“, hat dazu Oberbürgermeister Pit Clausen jetzt dem NRW-Gesundheitsministerium geschrieben.

Wie wird der Meldestau abgebaut?

„Unmittelbar nach Bekanntwerden des Meldestaus haben wir zusätzliches Personal im Meldebereich eingesetzt“, so der OB in seinem Schreiben. Zurzeit arbeiten dort vier zusätzliche Vollzeitkräfte.

Warum dauert das Erfassen der Daten so lange?

Der Grund sind vor allem unterschiedliche Software-Anwendungen. Neue Corona-Fälle werden in Bielefeld über das Programm Gumax verarbeitet, so Wörmann. Darin ist alles hinterlegt: von persönlichen Daten über Kontakte, die nachverfolgt werden müssen, bis zum Vermerk über das Ende der Quarantäne. Für das RKI müssen die Daten neu erfasst werden. Es arbeitet mit der Software SurvNet. Das bereite nicht nur Bielefeld, sondern auch vielen anderen Kommunen Probleme. „Eine Schnittstelle gibt es nicht“, so Wörmann. So etwas werde bislang erst in einigen wenigen Gesundheitsämtern erprobt.

Warum tauchen jetzt noch Alt-Fälle aus der Zeit vor dem 4. Januar in der Statistik auf?

Die Fälle sind beim Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG), der ersten Meldeadresse, und beim RKI nicht mit dem Testdatum, sondern ausschließlich nach Meldedatum in die 7-Tage-Statistik eingepflegt worden. So wolle es das LZG, heißt es. Inzwischen ist dieser Punkt aber nicht mehr relevant, da das Gesundheitsamt bei der Nacherfassung schon beim 9. Januar angekommen ist und jetzt alle gemeldeten Fälle in den Sieben-Tage-Zeitraum einfließen.

Wie berechnet sich die „wirkliche“ Sieben-Tage-Inzidenz?

Zum Beispiel Montag, 12. Januar: In die Berechnung fließen die neuen Fälle aus den vergangenen sieben Tagen ein: 6. Januar: 151, 7. Januar: 110, 8. Januar: 96, 9. Januar: 91, 10. Januar: 10, 11. Januar: 35, 12. Januar: 66. Macht zusammen 559. Dieser Wert wird durch 3,34 geteilt. Die Zahl ergibt sich aus Bielefelds Einwohnerzahl: 334.000 werden angenommen. Heraus kommt ein Wert von 167,4 Infektionen auf 100.000 Bielefelder in den vergangenen sieben Tagen.

Was soll künftig besser laufen?

Die Meldeabteilung des Gesundheitsamtes wird künftig Teil der Corona-Abteilung. So sollen die Abläufe verbessert werden.

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