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Auf vielen Dachböden oder Wegen in Bielefeld

Schneeschäden werden sichtbar

Bielefeld

Der Schnee ist längst geschmolzen, doch die Folgen des Wintereinbruchs vor gut zwei Wochen werden in Bielefeld zum Teil erst jetzt sichtbar. Diese zeigen sich nicht nur an Straßen oder Bordsteinen, sondern auch auf manchem Dachboden.

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Garten- und Landschaftsbauer Lars Frey vor seinem unter der Schneelast eingestürzten Pavillon. Foto: Nadine Niehenker

Wer Schnee auf seinem Dachboden bemerkt, sollte schnell handeln. Dachdeckermeister Frank Rauschenbach: „Das war ein Wetterphänomen, das nicht alljährlich auftritt. Feiner Pulverschnee mit starkem Ostwind hat den Schnee durch die Überdeckung der Dachziegel gedrückt.“

Vermeiden ließe sich dieses Problem nicht, aber: „Geringe Mengen bemerkt man oft gar nicht. Problematisch sind meistens die älteren Dächer, die einen Innenverstrich haben, also Hohlziegeldächer. Oder alle Dächer, die keine zusätzlichen Unterdächer aufweisen können.“

Um genau so eine Dachkonstruktion handelt es sich bei dem Dach von Felix Winkelmann, Student der Wirtschaftspsychologie. Er bemerkte den Schnee auf seinem Dachboden rechtzeitig und konnte Schlimmeres vermeiden. „Ich habe mir eine Schaufel und einen Eimer geschnappt und den Schnee in unsere Dusche umgelagert“, sagt der 31-Jährige, der nebenbei als Krankenpfleger arbeitet. Dass er den Schnee frühzeitig bemerkte, sei Glück gewesen. Seitdem die Fitnessstudios geschlossen sind, trainiert der Student häufig zwischen abgestellten Möbeln und Umzugskartons auf dem Dachboden. „Normalerweise sind wir nie auf dem Dachboden. Wir wären auch nicht auf die Idee gekommen, dass sich dort ganze Haufen Schnee ansammeln könnten.“

Doch nicht nur der Schnee auf dem Dachboden kann Schäden verursachen. Auch Pflastersteine weisen tausalz- und frostbedingte Schäden auf. „Die aufgeraute Oberfläche hängt mit der Dichte zusammen. Je dichter das Material, desto feinporiger ist es. Dadurch sackt das Ganze mehr zusammen. Und dadurch hat Flüssigkeit weniger Möglichkeit einzudringen. Damit hat man natürlich weniger Angriffsfläche im Mikrobereich, weil die Oberfläche weniger Volumen hat, als wenn sie porös wäre“, sagt Lars Frey, Garten- und Landschaftsbauer. Die Qualität spiele bei Schäden wie diesen eine wichtige Rolle. „Naturstein hat eine ganz andere Qualität als jeder menschengemachte Betonstein.“ Bei oberflächenbeschichteten Betonsteinen sei die Abnutzung jedoch ebenfalls geringer.

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