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Bielefelder Montessori-Kinderhaus ist umgezogen und bietet eine zusätzliche Gruppe für die Jüngsten

Schöner und viel mehr Platz

Bielefeld

Eigentlich sollte der Umzug ein Event werden und als krönender Abschluss ein Fest gefeiert werden. Doch unter Coronabedingungen lief alles ganz anders. Dennoch: Das Montessori-Kinderhaus an der Rosenhöhe ist umgezogen. Seit Anfang Dezember wird in dem bunten Haus direkt neben dem Sennefriedhof gespielt, gelacht und gelernt. Dreimal musste der Umzug verschoben werden, der eigentlich schon im vergangenen Sommer über die Bühne gehen sollte.

Kerstin Sewöster

Schon seit einigen Wochen herrscht Leben im neuen Montessori-Kinderhaus. Die Einrichtung hat jetzt eine zusätzliche Gruppe für die ganz Kleinen. Foto: Bernhard Pierel

Die Kita bietet auf 876 Quadratmetern nun Platz für fünf Gruppen und insgesamt 83 Kinder, die von 20 Mitarbeitern betreut werden. Eine neue Kita war längst fällig, war doch der alte Standort an der Rosenhöhe mit 550 Quadratmetern für die bislang vier Gruppen viel zu klein.

Zudem war das Gebäude aus den 70er Jahren in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig. Das Kinderhaus an der Rosenhöhe wurde Anfang der 80er Jahre gegründet und ist die erste Elterninitiative, in der die Kinder nach der Pädagogik von Maria Montessori (1870 – 1952) betreut werden. Mittlerweile gibt es zwei weitere Einrichtungen in Heepen und Gellershagen.

„Zur Zeit kommen coronabedingt etwa 40 Mädchen und Jungen“, erzählt Wiebke Rostek, die sich gemeinsam mit Tanja Riewenherm die Leitung der Einrichtung teilt, die um eine Gruppe für die unter dreijährigen Kinder erweitert wurde. Für die Schaffung von zwölf zusätzlichen U-3-Plätzen habe es 37.000 Euro von der Stadt gegeben, der Rest sei mit Spenden und viel Eigeninitiative gestemmt worden.

Kita-Leiterin Wiebke Rostek

Nur war letztere in Coronazeiten schwer umzusetzen. „Unter strengen Hygieneauflagen haben jeweils zwei Eltern mit Mundschutz in den Gruppen für begrenzte Zeit Kisten gepackt“, erzählt Wiebke Rostek. Und für den Transport stellte eine Familie ihren Firmentransporter inklusive Fahrer zur Verfügung. Unterstützt wurde die Kita auch von der Herz-Jesu-Gemeinde in Brackwede: Weil sich der Umzug verzögerte, konnte die neue Gruppe in den Gemeinderäumen Unterschlupf finden.

Auch nach dem Umzug bleibt viel zu tun: „Wir suchen noch einen Bauwagen, in dem wir unsere Werkstatt einrichten wollen“, erzählt Wiebke Rostek. Für die Anschaffung steht bereits eine Spende der Firma Oetker zur Verfügung. Mit einer größeren Summe der Software AG Stiftung wurde unter anderem die Turnhalle eingerichtet. Mit dieser Spende soll auch das 2000 Quadratmeter große Außengelände – früher befand sich auf dem Areal zwischen Brackweder Straße und Friedhofstraße der Betriebshof des Sennefriedhofes – gestaltet werden.

Aktuell ist dort nur Brachfläche, die nicht zum Spielen zur Verfügung steht. Wenn es in diesen Tagen nach draußen gehen soll, nutzen deshalb die Betreuern mit den Kindern auch das Friedhofsgelände.

Die besondere Lage der Einrichtung soll auch konzeptionell in der pädagogischen Arbeit aufgegriffen werden, denn Leben und Tod gehören zusammen, meint Wiebke Rostek.

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