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Wie die Wilhelmstraße in Zukunft aussehen könnte

Schritt für Schritt zu mehr urbaner Qualität

Bielefeld (WB). Grüner, geschwungener, mit mehr Aufenthaltsqualität. So könnte die Wilhelmstraße bald aussehen. Was noch fehlt, ist ein Planungsauftrag der Politik.

Michael Schläger

»Parklets« heißen die Holzaufbauten, mit denen die Parkbuchten neu gestaltet werden sollen. Skizze: RWTH Aachen

Bei Geno-Immobilen an der Wilhelmstraße zeigen Studenten vom Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung an der RWTH Aachen derzeit ihre Projektskizzen, die deutlich machen sollen, wie die Straße zu einem urbanen Treffpunkt werden kann – mit möglichst wenig Autoverkehr. Denn der, so hatte bereits eine Umfrage ergeben, spielt in der Straße schon jetzt eine eher untergeordnete Rolle. Die »Wilhelm« wird allenfalls als »Parkplatz« genutzt, wenngleich der zur Verfügung stehende Parkraum überschaubar ist.

Die nur 200 Meter lange Innenstadtstraße steht im Mittelpunkt des Forschungsprojektes Klimanetze, das vom Bundesforschungsministerium finanziert wird. Das Ziel: ein neues Nutzungskonzept entwickeln.

Anwohner ins Boot holen

Die Studenten möchten bei der Neukonzipierung des Straßenraums Anwohner und Nutzer mit ins Boot holen. Das ist auch der Kern ihres Vorschlages »Schritt für Schritt zu einer lebenswerten Straße«. Sie setzen dabei auf »Parklets«, Holzmodule, die Parkplätze auf das Niveau des Bürgersteiges anheben und die individuell gestaltet werden könnten. So könnten Sitz-, Tisch-, Pflanz-, Fahrradboxen entstehe, aber auch Ausstellungsboxen. Beginnen ließe sich mit einem einzigen Parkplatz, der Wandel könnte so langsam auf den Weg gebracht werden.

Ein weiterer Beitrag hat den Titel »Grüner Magnet« und will die Verbindungsstraße zwischen Kesselbrink und Jahnplatz in eine kleine grüne Oase verwandeln, in der auch Urban Gardening, das öffentliche Gärtnern mitten in der Staat, möglich sein soll. Der Straßenraum würde insgesamt neu gestaltet und erhielte so genannte Ruhe- und Kreativzonen.

»Swing« in die Straße

Ein weiterer Studenten-Vorschlag hat den knappen Titel »Swing«. Er steht für eine neue, geschwungene Straßenführung, die sich auch in den aufgestellten Sitzgelegenheiten widerspiegeln könnte. Dahinter steht die Leitidee der Entschleunigung, die den »Swing« in die Wilhelmstraße bringen soll. Für Läden beiderseits der Straße bestünde die Möglichkeit, öffentlichen Raum zu gestalten und zu nutzen. Andere Studenten möchten so etwas wie ein »Quartierswohnzimmer« schaffen, haben in ihre Überlegungen die Friedrich-Verleger-Straße und die Straße Am Kesselbrink einbezogen. Auch sie legen ihr Augenmerk auf mehr Grün.

An diesem Donnerstag sind die Vorschläge Thema in der Bezirksvertretung Mitte. Ein neunköpfiges Projektteam hat die Arbeit der Aachener Studenten vor Ort in Bielefeld begleitet. Es besteht aus Mitarbeitern der Stadt, der Verkehrsbetriebe Mobiel, einer Wohnungsbaugesellschaft, Vertretern von Umwelt- und Verkehrsverbänden. Gemeinsam war im September ein Aktionstag organisiert worden.

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