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Polizei blickt auf das Jahr 2014 zurück

Schüsse aus dem Hochzeitskonvoi

Bielefeld (WB/uj). Das Leben schreibt die verrücktesten Geschichten, wie aus dem Polizeibericht 2014 hervorgeht. Ein Blick zurück:

Für die Navigation hatte ein Mann seinen Laptop im Lenkradkranz befestigt. Foto:

Die Beamten des Verkehrsdienstes trauten im Januar ihren Augen nicht, als sie auf der Ostwestfalenstraße einen Sprinter stoppten, dessen Fahrer seinen Laptop aufgeklappt im Lenkradkranz befestigt hatte. Dadurch waren extreme Lenkmanöver nicht mehr möglich.

Ein Hochzeitskonvoi fiel im Februar nicht nur durch lautets Hupen und Motorengeheul auf, sondern auch weil Schüsse aus den Fahrzeugen abgefeuert wurden. Die Polizei, die den Konvoi auf der Straße Am Sparrenberg stoppte, fand in den Fahrzeugen eine Schreckschusspistole. Die größte Überraschung aber verursachte der Bräutigam, gegen den noch zwei Haftbefehle vorlagen. Die Hochzeitsfeier konnte dank der finanziellen Auslösung des Bräutigam durch die Hochzeitsgäste dennoch stattfinden.

Ausgerechnet einem Ladendetektiv auf City-Streife wollte im März ein 21-Jähriger auf dem Niederwall ein iPhone-Plagiat verkaufen. Statt des Smartphones nahm der Detektiv den Verkäufer mit und lieferte ihn bei der Stadtwache ab.

Zwei resolute ältere Damen brachten im April einen Einbrecher zur Strecke, der in ihr Haus in Heepen eingedrungen war, wo er von den Bewohnerinnen auf frischer Tat ertappt wurde. Die 66-jährige Bewohnerin hielt den 42-jährigen Täter fest, derweil ihre 87-jährige Mutter sich dem Einbrecher mit erhobenem Gehstock bis zum Eintreffen der Polizei in den Weg stellte.

Die Polizei, dein Freund und Helfer – dieser Spruch bewahrheitete sich im Mai für einen jungen Auszubildenden, der eine Reise nach Panama antreten wollte und am Tag zuvor kurz vor Ladenschluss noch seinen Reisepass in einem Verbrauchermarkt an der Artur-Ladebeck-Straße kopierte. Dass er dabei das Original am Kopierer vergessen hatte, stellte er gegen 23 Uhr fest. Über die Leitstelle der Polizei konnten der Marktleiter, der Hausmeister und der Sicherheitsdienst verständigt werden, die in der Nacht indes vergeblich nach dem Reisepass suchten. Ermittlungen der Polizei ergaben dann, dass ein ehrlicher Finder den Reisepass im Laufe der Nacht bei der Polizeiwache abgegeben hatte, so dass sich der junge Mann gegen 4 Uhr in der Früh doch noch auf den Weg zum Flughafen machen konnte.

In der Nacht zum 5. Juni wurden einer Bäckerei an der Beckhausstraße 21 Stühle und sieben Tische gestohlen, die zusammengestellt und angekettet auf der Terrasse gestanden hatten. Bis heute konnte der Diebstahl im Wert von 1050 Euro nicht aufgeklärt werden.

Schön, wenn der Dieb seine Visitenkarte hinterlässt: Ein Einbrecher verlor im Juli nachts beim Durchstöbern einer Wohnung an der Holskenstraße seinen Reisepass und wurde rasch ermittelt.

Eine Hochzeitsgesellschaft musse im September bei der Feier ohne das bestellte Mahl auskommen, weil der beauftragte Caterer mit seinem Hähnchen-Grillwagen auf dem Weg zur Hochzeitsgesellschaft auf der A 2 von Polizeibeamten kontrolliert worden war. Die Beamten fanden sowohl Sahnetorten als auch rohe Grillhähnchen ungekühlt im Laderaum vor.

Auf Scherzartikel hatten es die Täter abgesehen, die an der Vennhofallee im Oktober einen Warenautomaten aufbrachen und sich mit Klebe-Schnurrbärten und Spaßgebissen im Wert von 200 Euro vom Acker machten. Dank Videoüberwachung konnte einer der Täter, ein 16-jähriger Jugendlicher, ermittelt werden.

Auf ein einziges rotes Abendkleid hatten es die Täter abgesehen, die im Dezember in ein Brautmodengeschäft an der Obere Hillegosser Straße einbrachen. Wie die Auswertung der Videoüberwachung ergab, fuhren die Männder mit einem Pkw direkt vor die Eingangstür. Ein Täter schlug ein Loch in die Eingangstür und holte aus dem Verkaufsraum das rote Abendkleid im Wert von 350 Euro. Der entstandene Sachschaden betrug rund 500 Euro. Die Ermittlungen dauern an.

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