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21-Jähriger prallt vor 110 Tonnen schweren Vamos-Zug - Kripo Bielefeld sucht Zeugen

Schwer verletzt: Mann gegen Bahn geschubst

Bielefeld

Heimtückische Attacke in Bielefeld: Ein Mann (21) wurde hinterrücks angegriffen und gegen die Seite einer einfahrenden Vamos-Stadtbahn geschubst. Beim Zusammenstoß mit dem 110 Tonnen schweren Schienenfahrzeug erlitt der 21-Jährige schwere Verletzungen unter anderem am Kopf.

Von Jens Heinze

Blick auf die Haltestelle Schillerstrasse mit einer Vamos-Stadtbahn. Foto: Thomas F. Starke

Wie Polizeisprecher Michael Kötter berichtete, ereignete sich die Tat am Sonntag gegen 15.20 Uhr an der Herforder Straße auf dem Hochbahnsteig der Haltestelle Schillerstraße im Osten der Bielefelder Innenstadt. Der Täter oder die Täterin flüchtete. Die Ermittler des Kriminalkommissariats 14 fragen, wer hat diese Person mit längeren dunklen Haaren und dunkler Kleidung insbesondere nach der Tat im Bereich der angrenzenden Feldstraße gesehen?

Der Polizeisprecher beschreibt das Geschehen wie folgt: Ein 21-jähriger Bielefelder wartete am Sonntag gegen 15.20 Uhr auf dem Hochbahnsteig der Haltestelle "Schillerstraße", als sich ein Stadtbahnzug der Linie 2 in Fahrtrichtung Innenstadt näherte. Plötzlich wurde der junge Mann von hinten geschubst und stieß gegen die linke  Fahrzeugseite des einfahrenden Zugs. Beim Aufprall auf den Vamos-Doppelwagen mit einem Leergewicht von 110 Tonnen erlitt der 21-Jährige schwere Verletzungen unter anderem am Kopf.

Verdächtiger flüchtet

Als der Stadtbahnfahrer die gefährliche Situation erkannte und sofort eine Vollbremsung einleitete, verschwand die tatverdächtige Person von der Haltestelle in die Feldstraße in Richtung Eckendorfer Straße. Das schwer verletzte Opfer wurde nach einer ersten Behandlung vor Ort von einer Rettungswagenbesatzung in ein Krankenhaus gebracht, sagte der Polizeisprecher.

Zur Aufklärung der Tat würde jetzt unter anderem die Videoüberwachung aus der Stadtbahn ausgewertet, hieß es von der Polizei. Eventuell wurde die Attacke aus dem einfahrendem Zug heraus aufgezeichnet.

Der heimtückische Angriff hätte für den 21-Jährigen deutlich schlimmer enden können. Beim Einfahren in die Haltestelle hatte der Bahnfahrer die Geschwindigkeit des 70 Meter langen Vamos-Doppelwagens bereits deutlich reduziert. Das rettete dem Opfer vermutlich das Leben. Die Kripo ermittelt jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Täterbeschreibung: Die Person war zwischen 1,70 und 1,85 Meter groß. Sie wird als pummelig oder dicklich mit längeren dunklen Haaren beschrieben und trug ein dunkles Kopftuch, eine dunkle Mundnasenmaske oder einen dunklen Schal. Die Bekleidung war komplett dunkel bis auf die getragenen hellen Turnschuhe. Ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt, steht nicht fest.

Zeugen gesucht

Zeugenhinweise an das Kriminalkommissariat 14, Tel. 0521/5450.

Nach der heimtückischen Attacke blieb die betroffene Stadtbahn für die Ermittlungen der Polizei zwei Stunden lang an der Haltestelle Schillerstraße stehen. Die Verkehrsbetriebe setzten zwischen den Haltestellen Schüco und Beckhausstraße Omnibusse im Schienenersatzverkehr ein, sagte Mobiel-Sprecherin Yvonne Liebold. Gegen 17.25 Uhr sei die Stadtbahnstrecke der Linie 2 in Richtung Innenstadt wieder freigegeben worden.

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