1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Sicherer Schulweg: So machen Sie Ihr Kind fit dafür

  8. >

Tipps vom Bielefelder ADAC kurz vor Ferienende

Sicherer Schulweg: So machen Sie Ihr Kind fit dafür

Bielefeld

Mitte nächster Woche werden in OWL Tausende Kinder eingeschult. Die Erstklässler stehen dann auch vor der Herausforderung, sich selbstständig im Straßenverkehr zu bewegen. Der ADAC in Bielefeld rät Eltern, den Schulweg vorab mit den Kindern zu üben. „Dazu eignen sich am besten die restlichen Tage der Sommerferien. So können sich die Kinder in Ruhe an die neue Situation herantasten“, sagt ADAC-Sprecher Ralf Collatz.

Der ADAC rät, die restlichen Ferientage zum Üben des Schulwegs zu nutzen. Foto: ADAC

"Der Schulweg sollte mehrfach unter realen Bedingungen abgelaufen werden, also werktags am Morgen und zur Mittagszeit. Dabei sollten Eltern ihren Kindern mögliche Gefahrenpunkte wie Kreuzungen und Straßenquerungen zeigen und ausführlich mit ihnen besprechen", sagt der Sprecher.

Wenn Kinder einen Teil oder den gesamten Weg mit dem Schulbus oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen, empfiehlt der ADAC, auch diese Wege vorher mit dem Kind zu trainieren. „Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der sicherste. Manchmal macht es Sinn, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen“, erklärt Collatz. Wichtig ist auch, genug Zeit einzuplanen, damit das Kind nicht in Stress gerät, weil es sich beeilen muss.

Der Weg sollte so oft gelaufen werden, bis der Nachwuchs diesen sicher bewältigen kann. Zur Kontrolle bietet sich ein Spiel an: Im Rollentausch können die Kinder ihren Eltern den Weg zeigen und alles erklären. Außerdem ist es in den ersten Schulwochen sinnvoll, das Kind zur Schule zu begleiten.

Collatz: "Besonders intensiv sollten Eltern das Überqueren der Straße erklären, denn dabei passieren laut ADAC die meisten Unfälle. Aufgrund der geringen Körpergröße haben Kinder weniger Überblick und werden zum Beispiel zwischen parkenden Autos nur schlecht gesehen. Zudem können Kinder Geschwindigkeiten der heranfahrenden Autos noch nicht richtig einschätzen."

Bei der Überquerung der Fahrbahn müssen beide Straßenseiten überschaubar und frei sein. Wichtig: Nicht schräg über die Straße gehen, sondern immer den kurzen und geraden Weg über Ampeln oder Fußgängerüberwege wählen. Vorsicht gilt gerade an Bushaltestellen: „Niemals vor oder hinter einem haltenden Bus über die Straße laufen!“ warnt der Bielefelder ADAC-Sprecher. Eine Sicherheitsweste und Reflektoren am Schultornister erhöhen die Sichtbarkeit, besonders bei schlechten Sichtverhältnissen.

Gefahrenquelle Elterntaxi

Studien weisen nach, dass die tägliche Bewältigung des Schulwegs zu Fuß positive Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung hat. Dazu zählen eine höhere Konzentrationsfähigkeit im Unterricht, eine gesteigerte körperliche Fitness, der Abbau von Übergewicht sowie - bei gemeinsamer Bewältigung des Schulwegs mit anderen Kindern - die Verbesserung des Sozialverhaltens. „Kinder entwickeln frühzeitiger ein Bewusstsein für Gefahrensituationen im Straßenverkehr und werden überhaupt erst in die Lage versetzt, ein räumliches Bild der eigenen Stadt bzw. des eigenen Schulwegs zu entwerfen“, erläutert Verkehrsexperte Suthold.

Weitere Informationen und Tipps bietet der „ADAC Schulweg-Ratgeber“. Die kostenlose Broschüre ist unter anderem in der ADAC-Geschäftsstelle an der Eckendorfer Straße in Bielefeld und in allen anderen ADAC-Centern in OWL erhältlich. Sie steht zudem unter www.adac.de zum Download bereit.

Startseite