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Der Skulpturenpark der Bielefelder Kunsthalle steht auf der Tagesordnung des Kulturausschusses

Sitzmöbel und Lichtdesign

Bielefeld

Ein Maßnahmenpaket der Verwaltung zum Erhalt des Skulpturenparks an der Kunsthalle wird die Mitglieder des Kulturausschusses am kommenden Mittwoch beschäftigen. Wie mehrfach berichtet, wurde der Park im vergangenen Sommer abends verstärkt zum Treffpunkt Jugendlicher. Damit einher ging eine Vermüllung, Drogenkonsum und Vandalismus. Anwohner beklagten sich über nächtliche Ruhestörungen.

Uta Jostwerner

Im vergangenen Sommer wurde der Skulpturenpark der Kunsthalle Bielefeld zum beliebten Treffpunkt der Jugend. Damit einher ging auch eine Vermüllung des Parks, Vandalismus, Drogenkonsum und Ruhestörung. Foto: Thomas F. Starke

Ordnungsamt und Polizei verständigten sich Anfang September auf eine kontinuierliche Präsenz an allen Freitag- und Samstagabenden bis jeweils 3 Uhr des Folgetages. Mit Beginn der Maßnahmen ging die Anzahl der vor Ort angetroffenen Personen sowie auch die Zahl der festgestellten Verstöße kontinuierlich zurück. Die im September 2020 begonnene Bestreifung soll auch in 2021 fortgesetzt werden, immer abgestimmt auf die Ansammlung von Personen und Verstößen im Park.

Wie aus einer Verwaltungsvorlage hervorgeht, hat die Kunsthalle im Jahr 2017 insgesamt 36.145 Euro für die Pflege des Parks aufgewendet. Im Jahr 2020 belief sich der Aufwand auf 39.591 Euro. Hinzu kam eine Investition in Höhe von 3.426 Euro für den Bau eines Zauns, der eine Gebäudeecke, die als Toilette missbraucht wurde, abtrennt. Die Stadt Bielefeld hat 4.668 Euro für dienstnächtliche Park-Bewachung durch einen Sicherheitsdienst aufgewendet.

Büsche und Bodendecker werden als Drogenverstecke missbraucht

Um die Attraktivität und Sicherheit des Parks zu steigern, schlägt die Verwaltung nunmehr vor, Büsche und bodendeckende Gewächse, die sich rund um die Kunsthalle befinden, zu entfernen. Denn sie dienen als Drogenverstecke und ziehen Menschen an, die mit Drogen handeln oder diese konsumieren. Auch werden diese Flächen als Müllablagen und öffentliche Toiletten missbraucht. Ferner befinden sich Mülleimer und Parkbänke in einem schlechten Zustand. Für ein gepflegtes Erscheinungsbild sollen diese erstmalig nach ihrer Aufstellung grundlegend gereinigt, aufbereitet und repariert werden.

Nach dem Beispiel des bekannten Hamburger Alstersessels soll ein „Bielefelder Stuhl“ entworfen werden. Foto:

Wie die Kunsthalle vor wenigen Wochen bei ihrer Programmvorstellung darlegte, soll der Skulpturenpark im kommenden Jahr verstärkt inhaltlich bespielt werden. Geplant sind neue Kunstwerke und gezielte Vermittlungsprogramme. Im Rahmen der Sommerausstellung „Following Water (19. Juni bis 19. September) wird der Park ebenfalls zum Ausstellungs- und Veranstaltungsort. Das bedeutet mehr kuratorische und künstlerische Interventionen im Park, mehr digitale und personelle Kunstvermittlung für die Park-Besucher sowie mehr Veranstaltungen.

Sofern im Jahr 2021 möglich, wird es ein Sommerfest geben, das den Bielefelder Skulpturenpark feiert und ein breites Publikum anspricht.

„Bielefelder Stuhl“ soll Menschen zum Verweilen einladen

Perspektivisch sollen größere, dem Park angemessene Müllcontainer aufgebaut werden. Zu prüfen ist, ob Unterflurcontainer, die kaum oder nur unwesentlich in die Gestalt des Parks eingreifen, installiert werden können. Entsprechende Gespräche sind mit dem Umweltbetrieb zu führen, da die Pflege und Unterhaltung des Skulpturenparks laut Mietvertrag dauerhaft von der Betriebsgesellschaft der Kunsthalle übernommen wird.

Neues, ergänzendes Parkmobiliar soll zudem die Aufenthaltsqualität erhöhen. Demnach soll nach dem Beispiel des bekannten Hamburger Alstersessels der „Bielefelder Stuhl“ entworfen werden: Ein schwerer, robuster Holzstuhl, der im öffentlichen Raum steht und flexibel von Passanten genutzt werden kann. Etwa 15 bis 20 dieser Stühle könnten auf den Rasenflächen des Parks verteilt werden und Menschen zum Verweilen einladen. Der Alstersessel steht an öffentlichen Orten in Hamburg und ist zu einem Erfolgsmodell geworden.

Lichtinszenierungen im Park an Freitagen und Samstagen

Um unerwünschte Nutzungen zu vermeiden und gezielt ein erwünschtes Publikum anzuziehen, soll vor allem freitags und samstags abends im Park auf Lichtinszenierung gesetzt werden. In der Erarbeitung und Umsetzung eines attraktiven, zeitgemäßen kostenpflichtigen Lichtkonzepts gemeinsam mit Experten liegt nach Auffassung der Verwaltung ein riesiges Potenzial, den Park auch und gerade nach Einbruch der Dunkelheit zum Besucher-Magneten und buchstäblich zum Leuchtturm zu machen.

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