Ordnungsamt: Tagsüber ruhig, abends änderte sich die Lage

So lief der Vatertag in Bielefeld

Bielefeld (cm)

Der zweite Vatertag im Corona-Lockdown war in diesem Jahr nur im ganz kleinen Kreis möglich. Obwohl Vatertag eigentlich Männertag ist, waren die Bielefelder Parks vor allem von vielen Familien geprägt. Tagsüber war es eher ruhig, abends änderte sich die Lage, berichtet das Ordnungsamt.

Westfalen-Blatt

Vatertag am Obersee: Die Bielefelder Jörg (40/links) und Michael (39) waren seit den Vormittagsstunden unterwegs. Foto: Christian Müller

Das typische Bild an Vatertag ist klar: Kumpels unter sich ziehen mit dem Bollerwagen oder Fahrrad los, bepackt mit reichlich Alkohol. Heitere Stimmung, Schlagerhits ertönen aus Musikboxen, hier und da ein gemeinsamer Schluck aus der Pulle. Das Bielefelder Ordnungsamt und die Stadt verwiesen im Vorfeld auf die geltenden Kontaktbeschränkungen, welche die klassischen Rituale fast unmöglich machten.

Zumeist verlief der Vatertag ohne Missachtung der Coronaregeln. Foto: Christian Müller

„Erlaubt waren nach Corona-Schutzverordnung die Bollerwagen- oder Radtour von Personen aus einem Haushalt in Begleitung einer weiteren Person. Der zeitgleiche Alkoholgenuss dieser Personen war nicht verboten, jedoch sollte jeder sein eigenes Trinkgefäß benutzten. Ein Abstand von mindestens 1,50 Metern war zu beachten, Ansammlungen und Versammlungen waren nicht zulässig“, so Stadtsprecher Daniel Steinmeier.

In Bielefeld blieb der Bollerwagen auch im zweiten Jahr eher im Keller. Klassische Ausflugziele wie Bars und Restaurants blieben geschlossen. Am Obersee trafen wir Jörg (40) und Michael (39). Die beiden Bielefelder waren seit den Vormittagsstunden unterwegs. „Wir wollen das beste draus machen. Unsere Frauen wünschten uns einfach nur viel Spaß“, berichtete Jörg. Während die beiden Väter gemütlich mit Bier, Musik und dem einen oder anderen Zuprosten ihre Runden um den See drehten, trafen sie lediglich auf eine weitere Truppe mit Bollerwagen, erzählte Michael.

Viele Menschen nutzten die Gelegenheit am Vatertag, um an die frische Luft zu gehen. Foto: Christian Müller

„Wir haben uns auch im Vorfeld viele Gedanken gemacht, ob wir eine Tour starten. Die Maske haben wir immer griffbereit, wenn es mal enger wird, aber das mit dem Abstand halten klappt hier ganz gut. Wir vermissen die sozialen Kontakte, wir wollen zusammen sein. Vatertag ist Männertag, das kann man besser fühlen als beschreiben.“

Am Obersee war es sehr familiär geprägt. Eigentlich wie an jenem Tag in Bielefeld, an dem es mal nicht regnet. Pärchen und Familien auf Decken, die Kettcars vom Seekrug besonders bei Kindern beliebt und auf den Spielplätzen war viel los. Tagsüber verlief der Vatertag für die 34 Ordnungskräfte eher ruhig. Typische „Vatertagswanderungen“ seien nicht zu beobachten gewesen. Die Teams hielten dabei neben dem Obersee, die Promenade und den Bereich rund um die Hünenburg im Fokus.

Die allgemeine ruhige Lage änderte sich zum Abend, berichtete Stadtsprecher Daniel Steinmeier. „In der Leitstelle des Ordnungsamtes liefen zahlreiche Meldungen über Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Umfeld ein. Versammlungen wurden aufgelöst, Verfahren eingeleitet. Auch die Polizei musste unterstützen.“

Gegen 21 Uhr lösten Ordnungsamt und Polizei eine Ansammlung von bis zu 40 Jugendlichen auf einer Wiese hinter dem Campus der Fachhochschule auf. Bei dem Gelage wurden die Ordnungskräfte teils massiv angegangen und mussten zum Eigenschutz auch Pfefferspray einsetzen. Die Anwesenden standen nach Einschätzung der Teams unter starkem Alkoholeinfluss und waren teilweise unberechenbar. Sie entfernten sich, als die Polizei zur Unterstützung kam. Lediglich drei der Betroffenen konnten vor Ort gehalten werden. Die Personalien wurden erfasst, entsprechende Bußgeldverfahren werden eingeleitet, berichtete Daniel Steinmeier weiter.

Das Ordnungsamt achtete auf die Einhaltung der Regeln – auch an der Sparrenburg. Foto: Christian Müller

Insgesamt wurden am Vatertag 134 mündliche Verwarnungen aufgrund von Verstößen gegen die Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen ausgesprochen. Zudem wurden 35 Verstöße gegen die Abstandsregeln im öffentlichen Raum festgestellt, hiervon wurden 11 Betroffene mündlich verwarnt und 24 Bußgeldanzeigen gefertigt. Es wurden 14 Verstöße gegen die Ausgangssperre festgestellt.

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