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„Bielefeld natürlich“ warnt vor Flächenfraß durch neuen Regionalplan – Online-Karte bereitgestellt

So viel Platz wie 1330 Fußballfelder

Bielefeld

Naturschutzverbände in Bielefeld machen gegen den neuen Regionalplan mobil. Die Initiative „Bielefeld natürlich“ zeigt auf ihrer Homepage (bielefeld-natuerlich.de/regionalplan) eine Karte mit Flächen, die für den Regionalplan angemeldet werden könnten.

Michael Schläger

In einer aufwendigen Detailarbeit hat die Initiative „Bielefeld natürlich“ die Flächen auf einer interaktiven Karte gekennzeichnet, die in den Regionalplan aufgenommen werden könnten. Foto: Bielefeld Natürlich

Per Mausklick ist es Nutzern möglich, eine Einwendung an die Detmolder Bezirksregierung schicken. Das ist aktuell noch bis zum 31. März möglich.Worum geht es? Im Regionalplan, der für den gesamten Regierungsbezirk Detmold aufgestellt wird, wird festgelegt, welche Bereiche in den einzelnen Kommunen und Kreisen in den kommenden 15 bis 20 Jahren als Siedlungs- oder Gewerbeflächen genutzt werden könnten. Dies bedeutet nicht automatisch, dass dort dann auch tatsächlich gebaut wird.

„Aber wir müssen den Anfängen wehren“, sagt Dr. Dieter Kammerer, der auch dem Bielefelder Klimabeirat angehört. Dem Flächenfraß dürfe nicht weiter Vorschub geleistet werden. Ökologische Aspekte gerieten ins Hintertreffen.

In Bielefeld hat die Verwaltung eine Potenzialanalyse durchgeführt, dabei Flächen in einem Umfang von 1363 Hektar bewertet. Das entspricht 1909 Fußballfelder. Davon sind 950 Hektar in die engere Betrachtung (1330 Fußballfelder) gekommen. 385 Hektar könnten am Ende angemeldet werden. So sieht es das städtische Umweltamt in seiner Stellungnahme. Die Politik muss im kommenden Monat entscheiden.

„Wir ärgern uns darüber, dass in der Öffentlichkeit so wenig darüber bekannt ist, was da gerade abläuft“, sagt Stefan Pollpeter von „Bielefeld natürlich“. Deshalb haben er und einige Mitstreiter in einem aufwendigen Verfahren sämtliche mögliche Flächen auf einer interaktiven Karte erfasst. Dabei haben sie Einteilungen vorgenommen: Rot steht für ökologisch wertvoll, orange für „besondres wertvoll“. Die blau markierten Bereiche sind Areale, wo bereits gebaut wird.

Klickt man eine der Flächen an, wird angezeigt, wie groß sie ist – jeweils leicht eingängig im Fußballfelder-Maßstab – und es wird erläutert, wie einzelne Naturschutzverbände zu deren Verwendung stehen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, sich ein Musterschreiben aufzurufen, das dann per Mail als Eingabe an die Bezirksregierung gesandt werden kann.

Susanne Weinert, ebenfalls bei „Bielefeld natürlich“ aktiv, hat es schon gemacht, gegen die Aufnahme einer Fläche an der Talbrückenstraße eine Eingabe nach Detmold gesandt.

Die Initiative „Bielefeld natürlich“ entstand aus dem Widerstand gegen eine mögliche Bebauung westlich des Uni-Campus. Noch immer sind die Bereiche Poggenpohl, Sundermann oder Wildhagen im Stadtbezirk Dornberg mögliche Nutzungsbereiche. Aber auch verschiedene Grünzüge in Stieghorst, entlang der Weser-Lutter oder im Bereich der Schüco-Arena gehören dazu. „Wir wollen den Wahnsinn transparent machen“, sagt Dr. Dieter Kammerer.

Mit den Auswirkungen des Regionalplans auf den Natur- und Landschaftsschutz beschäftigt sich auch eine öffentliche Online-Veranstaltung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) am Dienstag, 23. Februar, ab 18.30 Uhr. Den Zugangslink gibt es auf der BUND-Homepage www.bund-bielefeld.de oder über die Mail-Adresse service@bund-bielefeld.de.

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