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Rekordjahr 2019: Feuerwehr und Rettungsdienst rücken mehr als 55.000 Mal aus

So viele Einsätze wie noch nie

Bielefeld  (WB). Einsatzrekord für Feuerwehren und Rettungsdienste in der Großstadt: Die Helfer und Retter waren vergangenes Jahr mehr als 55.000 Mal gefordert. „Es war ein anstrengendes Jahr mit 1,9 Prozent mehr Einsätzen“, zog Bielefelds Feuerwehrchef Hans-Dieter Mühlenweg einen Vergleich der Jahre 2019 und 2018.

Jens Heinze

Großeinsatz für den Rettungsdienst nach einer Reizgasattacke auf Schüler aus Köln am 11. September im Hauptbahnhof Bielefeld. Foto: Christian Müller/Archiv

Allein beim Rettungsdienst (Mühlenweg: „Hier steigen die Zahlen ständig.“) betrug der Zuwachs 1,6 Prozent. Der Rettungsdienst macht mit inzwischen mehr als 52.000 Einsätzen auch das Gros des Geschehens aus.

Bielefeld hat mehr Einwohner, die Bürger werden zunehmend älter und damit kränker, nicht wenige Bielefelder meinen, sie hätten selbst bei kleinen „Wehwehchen“ immer und überall Anspruch auf den Rettungsdienst – das sind nur einige der Gründe, warum die Einsatzzahlen Jahr für Jahr steigen.

Das hat letztlich gewaltige finanzielle Konsequenzen für Stadt und Krankenkassen. Feuerwehrchef Mühlenweg verwies auf den neuen Rettungsdienstbedarfsplan, wonach die Zahl der Rettungswagen von zehn auf 20 verdoppelt wird. Zudem sollen in den nächsten Jahren drei neue Rettungswachen in Sennestadt, Theesen und Dornberg in Betrieb gehen.

100 neue Mitarbeiter

„100 neue Mitarbeiter müssen dafür eingestellt werden“, sagte Wehrchef Mühlenweg, dass für die neuen Rettungswagen und -wachen auch Personal benötigt wird. Da der Arbeitsmarkt für Notfallsanitäter leer gefegt sei, würden bei der Feuerwehr Bielefeld dutzende neue Auszubildende eingestellt.

Das Feuerwehrjahr 2019 war für die Helfer und Retter auch in anderer Hinsicht Kräfte zehrend. Zum einen wegen der nach wie vor nicht aufgeklärten Serie von zig Brandstiftungen in der Innenstadt und in Schildesche. Mühlenweg verwies zum anderen auf zwei Menschen, die vergangenes Jahr in Flammen und Rauch ums Leben kamen. „Leider hat das neue Jahr schon wieder traurig begonnen. Am 4. Januar gab es einen Brandtoten in Dalbke“, sagte der Feuerwehrchef.

Sechs Bombenentschärfungen

Er nannte als weitere besondere Herausforderungen des vergangenen Jahres die sechs Entschärfungen von alten Bombenblindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. „Das hat es in dieser Zahl noch nie gegeben“, sagte Mühlenweg. Hunderte Helfer von Feuerwehr und Organisationen wie dem Roten Kreuz waren 2019 dabei gefordert. Größter Einsatz war die Bombenentschärfung am 7. Oktober , als 2700 Menschen in Baumheide rund um die Fundstelle an der Straße Am Wellbach ihre Wohnungen verlassen mussten.

Die Feuerwehr kommt nicht nur, um Menschen zu retten und zu löschen, sondern hilft auch bei Naturkatastrophen. Eine solche gab es am Abend des 20. Mai 2019, als Sturmtief „Axel“ mit Starkregen über Bielefeld hinweg zog. Weite Teile der Bielefelder Ostens standen unter Wasser, Schlammlawinen ergossen sich auf Straßen, Gullydeckel wurden hochgedrückt. Sturmtief „Axel“ habe binnen 24 Stunden 108 Einsätze verursacht, sagte Wehrchef Mühlenweg. Das schlägt sich in der Statistik 2019 nieder – die sogenannten Hilfeleistungseinsätze der Feuerwehr sind ebenfalls gestiegen.

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