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Integrationsratschef kritisiert Militärgruß auf Bielefelder Fußballplatz und Demo-Rangelei – »Müssen sachlich diskutieren«

»Solche symbolischen Gesten provozieren nur«

Bielefeld (WB). Der Bielefelder Integrationsratsvorsitzende Mehmet Ölmez hat kritisiert, dass das Bezirksliga-Fußballteam Türk Sport vor dem Spiel am Wochenende gegen Augustdorf mit dem türkischen Militärgruß salutiert hat. »Solche symbolischen Gesten gehören nicht auf einen Fußballplatz, sondern provozieren nur.«

Stefan Biestmann

Mehmet Ali Ölmez Foto: Hans-Werner Büscher

Zudem bedauert er auch den Zwischenfall bei der Demo am Montagabend, als vorwiegend Kurden gegen den türkischen Einmarsch in Nordsyrien protestiert hatten. Nach Provokationen war es zu einer Rangelei gekommen. Nur weil die Polizei rechtzeitig eingriff, passierte nichts Schlimmeres.

»Wir müssen auf gegenseitige Provokationen verzichten, sondern sachlich diskutieren«, fordert er. Es sei sinnvoller, mit Presseerklärungen oder Infoständen auf Probleme hinzuweisen, meint Ölmez. Und er mahnt alle Beteiligten, nicht auf Provokationen zu reagieren. »Wir wollen doch alle friedlich miteinander leben.«

»Demonstrationen in Deutschland müssen auch in deutscher Sprache sein.«

Für ihn sei es auch nicht nachzuvollziehen, dass bei Demonstrationen in kurdischer oder türkischer Sprache demonstriert werde. »Das ist für viele Bürger unverständlich und befremdlich«, sagt er. Es sei dadurch auch viel schwerer, Aufmerksamkeit zu erhalten. »Demonstrationen in Deutschland müssen auch in deutscher Sprache sein.« Und er appelliert an die Migranten, mehr die Pro­bleme in Bielefeld in den Blick zu nehmen und nicht nur auf das Herkunftsland zu schauen. »Unsere Heimat ist Deutschland.«

Unterdessen laufen die Ermittlungen des Staatsschutzes zur Demo am Montag weiter. »Wir können noch nicht sagen, von wem die Provokationen ausgingen«, berichtet Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Es habe sich auch bislang niemand gemeldet, der verletzt worden ist.

Die Kurden-Demo am Dienstagabend sei friedlich verlaufen. Eine weitere Demo sei für diesen Freitag von 18 bis 20 Uhr angemeldet worden. Start- und Zielpunkt sei der Bahnhofsvorplatz. Der Protestzug führt vom Hauptbahnhof über die Bahnhofstraße und den Jahnplatz bis zur Herforder Straße und zur Herbert-Hinnendahl-Straße. Der Anmelder der Veranstaltung gehe von »200 bis 250 Teilnehmern« aus. Die Polizei rate allen Demoteilnehmern, sich von gewaltbereiten und gewalttätigen Personen abzugrenzen.

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