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Konzertabend zum Uni-Jubiläum im Lokschuppen

Songs gegen Hass und Faschismus

Bielefeld (WB). Die Universität Bielefeld feiert 50-jähriges Bestehen – und mit ihr die Studenten. Unter dem Titel »#ubijubi« lud die Uni zu einem Konzertevent im Lokschuppen ein. Sechs Bands, darunter auch die Berliner Formation »Von wegen Lisbeth«, sorgten schon ab den frühen Abendstunden für Feierstimmung.

Marie Schumacher

Bassist Christian Kruse (links) und Sänger Felix Schönfuss bringen mit ihrer Band »Adam Angst« das Publikum zum Springen. Foto: Marie Schumacher

»Bei euch ist jetzt schon Wochenende«, vermutet »Adam Angst«-Frontsänger Felix Schönfuss am Donnerstagabend, als er das Publikum begrüßt. Die Konzertveranstaltung ist bereits der zweite Teil des »#ubijubi«-Events. Früher am Abend spielten außerdem »Blond«, eine dreiköpfige Band aus Chemnitz, das Indie-Rock-Duo »Gurr« und der vielseitige Rapper »Majan«. Auch am Mittwoch feierten die Studenten im Lokschuppen, diesmal jedoch unter anderem zu dem Musikprogramm der DJs »Laurin Schafhausen«, »Dry & Bolinger« und dem Headliner »Alle Farben«.

»Von wegen Lisbeth« als Headliner

So wie die Studenten feiern, bleibt der Hörsaal am nächsten Morgen wohl tatsächlich leer. Zu den energiegeladenen Songs der Punkband »Adam Angst« hüpft und tanzt das Publikum. Als die ersten Takte zu dem Song »Professoren« ertönen, gibt es kein Halten mehr: Mitten in der Menge rennen die Fans im Kreis, irgendwo verirrt sich kurzzeitig sogar ein »Crowdsurfer«. Eben tanzte der Frontsänger noch auf der Bühne, im nächsten Moment ist er selbst mitten in der feiernden Masse.

»Ein bisschen mehr Liebe und ein bisschen mehr Respekt, nicht jeden Schwachsinn glauben, lasst die Zweifel doch mal weg«, singt Schönfuss. In ihren Songs positioniert sich die Band gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass und Faschismus.

Nachdem »Adam Angst« dem Publikum bereits ordentlich eingeheizt hat, ist es nun Zeit für einen alten Bekannten. Headliner »Von wegen Lisbeth« besuchte Bielefeld bereits im vergangenen Jahr auf dem Campusfestival. Auch diesmal heißen die Studenten die Indie-Pop-Band mit lautstarkem Jubel willkommen.

Party bis in die frühen Morgenstunden

Die Bühne, in schummriges Licht und Nebel getaucht, ist voll mit Instrumenten. »Von wegen Lisbeth« sind regelrechte Multitalente: Synthesizer, Glockenspiel und Omnichord (eine Art elektronische Harfe) geben ihrer Musik besonderen Wiedererkennungswert. Und man kommt nicht umhin, eine gewisse 80er-Jahre-Reminiszenz zu spüren, vom Hemd des Sängers Matthias Rohde bis zur Vokuhila-Frisur des Schlagzeugers Julian Zschäbitz.

Der Sound der fünfköpfigen Berliner Band kommt an. Das Publikum klatscht und kennt jede Zeile der Refrains. Ob ungewisse Zukunftsaussichten in »Komm mal rüber bitte« oder ein geklautes Hinterrad und das Erwägen eines weiteren Praktikums in »Alexa, gib mir mein Geld zurück!« − »Von wegen Lisbeth« hat eine treffsichere Beobachtungsgabe für den Alltag des Mittzwanzigers.

Und für alle, die auch nach sieben Stunden Musik und feiern immer noch nicht genug haben, gibt es eine After-Show-Party. Nebenan im Lokwerk legen die DJs »Jon Bon Chauvi« und »Disko Josef« noch bis in die frühen Morgenstunden auf.

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