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1500 Menschen ziehen am Montagabend ohne Genehmigung mehr als eine Stunde lang durch Bielefeld

„Spaziergang“ gegen Corona-Regeln

Bielefeld

1500 Menschen haben am Montagabend in Bielefeld gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Bei einem Spaziergang, wie die Teilnehmer die Veranstaltung bezeichneten, zogen sie mehr als eine Stunde durch die Innenstadt, obwohl die Polizei die Versammlung zwischenzeitlich für aufgelöst erklärt  hatte.

Von Hendrik Uffmann

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen kam es vor dem Bielefelder Rathaus am Montagabend zu  einem kleineren Zwischenfall. Foto: Thomas F. Starke

Ausgangspunkt waren laut Polizei zwei angemeldete Veranstaltungen vor dem Alten Rathaus. Um  17 Uhr  hatten  die Organisatoren dort  zu einer Mahnwache unter dem Titel „BI steht auf – Gemeinsam für Freiheit, Wahrheit und Gerechtigkeit“ aufgerufen. Für   17.30 Uhr  war dann eine Kundgebung mit einem Demo-Zug angemeldet worden.

Kurz nach 17 Uhr hatten sich etwa 300 Menschen vor dem Rathaus  versammelt, einige von ihnen hatten sich Lichterketten umgehängt, andere hatten  Kerzen oder Laternen  dabei.

Um 17.35 Uhr setzte sich die Menge, die innerhalb kurzer Zeit auf  etwa  1500 Menschen angewachsen war, in Bewegung.  Fast niemand trug eine Maske oder hielt Abstand. Die angemeldete Versammlung habe  der Anmelder zu diesem Zeitpunkt für beendet erklärt, als er die Zahl der Teilnehmer gesehen habe, erklärte die Polizei vor Ort.

Als der  Demonstrationszug immer größer wurde und die Teilnehmer auf der Fahrbahn der Turnerstraße in Richtung Kesselbrink gingen, forderte die Polizei  sie zunächst auf, nur  die Gehwege zu benutzen. Dieser Aufforderung  kamen die  Teilnehmer nach. Einige von ihnen  riefen „Friede,  Freiheit, keine Diktatur“.

Als der Zug  in Höhe des Kesselbrinks war, erklärte die Polizei mehrfach  per Lautsprecherdurchsage, dass es sich um eine nicht angemeldete Versammlung handele und die Teilnehmer gegen das Versammlungsrecht verstießen. Der Aufforderung, sich in kleinen Gruppen zu entfernen, kamen die Menschen jedoch nicht nach.

Stattdessen gingen sie über die  Kavalleriestraße, die  Paulusstraße, den Willy-Brandt-Platz, die Feilenstraße, die Mindener Straße, die Elsa-Brändström-Straße und  die Alfred-Bozi-Straße bis zur Kreuzstraße und von dort über den Niederwall bis zum Rathaus. „Wir wollen zeigen, dass wir viele sind. Dies ist ein Lichterspaziergang, nichts anderes“, sagte eine Frau an der Spitze des Zuges.

Vor dem Rathaus kam es  zu einem kleineren Zwischenfall, als ein  mutmaßlicher Gegendemonstrant laut Polizei vermutlich eine  Sachbeschädigung beging.  Der Mann wurde von der Polizei festgehalten, um seine Personalien festzustellen. Auch die Identität eines weiteren Gegendemonstranten stellten die Beamten fest weil sie die Vermutung hatten, dass er die Kundgebung mit steuerte.  Ansonsten verlief die  Versammlung, die um  20 Uhr beendet war, friedlich. Größere Verkehrsbehinderungen gab es keine.

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