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Bis zu 253 Autos pro Stunde in der Spielstraße – zunächst Chaos nach Sperrung erwartet

Sperrpfosten an der Sieboldstraße stehen

Bielefeld  (WB). Die Sie­boldstraße ist seit Dienstag Sackgasse. Um kurz nach 10 Uhr setzten Eugen Liebert, Teamleiter für den Bereich Beschilderung im städtischen Umweltbetrieb, und Vorarbeiter André Jorbahn die rot-weißen Pömpel in Höhe der Hausnummer 7 in der Nähe der Einfahrt zur Marienschule ein. Und im Minutentakt standen unmittelbar drauf Autofahrer erstaunt vor der Absperrung.

Hendrik Uffmann

Die Sperrpfosten in Höhe Hausnummer 7 setzen am Dienstagvormittag ein (von links) André Jorbahn (Umweltbetrieb), Katja Pauly (Amt für Verkehr), Oliver Stüwe (Polizei) und Eugen Liebert, Teamleiter Beschilderung im Umweltbetrieb. Foto: Hendrik Uffmann

Von diesem Mittwoch an könnte die Neuerung zunächst noch für größere Probleme sorgen, befürchtet Oliver Stüwe, der für das Quartier zuständige Kontaktbeamte der Polizei. „Die Autofahrer werden sich erst an die Sperrung gewöhnen müssen. Bis dahin wird es aber vermutlich viele Wendemanöver geben“, vermutet er. Damit Autofahrer von der Engerschen Straße aus erst gar nicht in die Sieboldstraße einfahren, will er sich deshalb an diesem Mittwochmorgen am Kreisverkehr positionieren, um vor der Einfahrt in die Sieboldstraße zu warnen.

Das städtischen Amt für Verkehr hatte die Sperrung der Verbindungsstraße zwischen Beckhausstraße und Engerscher Straße beschlossen , weil der Verkehr dort immer weiter zugenommen habe, erläuterte am Dienstag vor Ort Katja Pauly von der Behörde.

Beschwerden der Anwohner

„Schon seit 2010 hat es immer wieder Beschwerden der Anwohner gegeben, dass in dem verkehrsberuhigten Bereich der Sieboldstraße deutlich schneller gefahren werde als die erlaubte Schrittgeschwindigkeit und vor allem zu Stoßzeiten ein regelrechtes Verkehrschaos herrsche.“ Auch Polizist Oliver Stüwe, der in der Nähe wohnt und sein „Revier“ kennt, kann dies bestätigen. „Die Autos standen voreinander und kamen kaum vor oder zurück, es wurde in den privaten Einfahrten gewendet.“

Um verlässliche Zahlen zu haben, hatte das Amt für Verkehr deshalb im vergangenen August und September in der Sieboldstraße ein Verkehrsdisplay aufgestellt, das nicht nur die gefahrene Geschwindigkeit misst, sondern auch die Autos zählt. Katja Pauly: „Der Spitzenwert lag bei 253 Autos pro Stunde. Viel zu viel für die schmale Straße.“ Außerdem liege der Höchstwert für eine Spielstraße bei 150 Autos pro Stunde.

Darüber hinaus hätten die Messungen ergeben, dass die allermeisten Autofahrer viel zu schell unterwegs gewesen seien. In einem verkehrsberuhigten Bereich, wie die Spielstraße offiziell heißt, darf Schrittgeschwindigkeit gefahren werden, „das sind höchstens sieben bis elf Stundenkilometer“, so Katja Pauly. 90 Prozent der gemessenen Autos seien jedoch mit Tempo 30 unterwegs gewesen.

Sicherer für die Kinder

Anfang November habe es deshalb noch einmal einen Ortstermin gegeben, der die Daten bestätigt habe. Viele Autofahrer benutzten die Sieboldstraße als Verbindung zwischen Engerscher Straße und Beckhausstraße, hinzu komme, dass viele Eltern ihre Kinder zur angrenzenden Marienschule brächten.

Um die Situation für die Kinder sicherer zu machen, sei deshalb die Entscheidung getroffen worden, die Sieboldstraße in Höhe der Einfahrt zum Schulgelände abzusperren, so dass diese aus beiden Richtungen nun Sackgasse ist.

Alle Anwohner, mit denen er bislang gesprochen habe, seien froh über die neue Regelung, obwohl sie dadurch auch Umwege in Kauf nehmen müssen, versichert Oliver Stüwe.

Politisch beraten worden war die Sperrung an der Sieboldstraße in der Bezirksvertretung Schildesche im Vorfeld nicht, so Katja Pauly. „Dabei handelt es sich um ein Geschäft der laufenden Verwaltung.“

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