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Bielefelds Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger: Auch Reservierungssystem für den Handel denkbar

Stadt prüft Einsatz von Luca

Bielefeld

Die Stadt Bielefeld prüft derzeit den Einsatz der neuen Kontaktnachverfolgungs-App Luca. Das städtische Digitalisierungsbüro führe darüber hinaus auch Gespräche mit dem Einzelhandel über die Einführung eines Online-Reservierungssystems für Kundenbesuche. Das sagte Bielefelds Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger am Samstag als Reaktion auf einen in dieser Zeitung erschienenen Kommentar.

Michael Schläger

Die Luca-App soll die Zettelwirtschaft in Lokalen und bei Kulturveranstaltungen beenden und bei der Kontaktnachverfolgung nach positiven Corona-Tests helfen. Foto: Michael Delker

.Aktuell wird bundesweit über Lockerungen der strengen Lockdown-Regeln diskutiert. Dabei können auch lokale Angebote helfen. „Der Vorteil von Luca ist, dass die erfassten Daten direkt dem Gesundheitsamt für die Kontaktverfolgung zur Verfügung gestellt werden können“, so Ingo Nürnberger. Die Zettelwirtschaft in Restaurants, Gaststätten oder auch beim Besuch einer Kulturveranstaltung entfiele.

Wer die App installiert hat, gibt dort seine Kontaktdaten an: Name, Adresse und Telefonnummer. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Im Startbildschirm der einfach aufgebauten Applikation wird ein QR-Code angezeigt, den man scannen lassen kann. Man kann aber auch selbst QR-Codes scannen, wenn man etwa ein Restaurant betritt. Das alles läuft anonym ab. Auch die Aufenthaltsdauer wird aufgezeichnet. Der große Vorteil der App ist, dass sich private oder berufliche Treffen ebenfalls einbeziehen lassen.

Stellt man als Nutzer Corona-Symptome fest und es folgt ein positiver Test, lassen sich über die App alle Check-ins der vergangenen Wochen melden. Die Meldung erfolgt direkt an das Gesundheitsamt. Nur dort lassen sich die Daten auslesen. Die Luca-App informiert dann die Nutzer, die sich in der Nähe aufgehalten haben, also ebenfalls eingecheckt waren. Nach vier Wochen werden alle Daten gelöscht. Über ausgedruckte QR-Codes funktioniert das System auch ohne Smartphone.

Beim Einzelhandel online reservieren

Chancen auf eine Lockerung strenger Corona-Vorgaben erhofft sich Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger auch von einem Online-Reservierungssystem für den Einzelhandel. „Dann bilden sich keine langen Schlangen vor den Läden, Kunden kämen nicht vergeblich in die Stadt.“ Gleichzeitig könne ein Stück Normalität zurückkehren. Hier seien aber noch weitere Abstimmungen erforderlich, für die das städtische Digitalisierungsbüro federführend verantwortlich sei.

Während die Corona-Warn-App ständig läuft, kommt Luca nur dort zum Einsatz, wo man länger mit anderen Menschen zusammen ist. Damit die App in Restaurants, Museen oder Konzerthallen funktioniert, müssen diese mit den Betreibern zusammenarbeiten und das System anbieten. Entwickelt wurde es von einem Berliner Unternehmen mit Unterstützung von Smudo von der Rap-Formation „Die fantastischen Vier“.

Fortschritte vermeldet Nürnberger auch beim Einsatz der Melde-Software Sormas im Gesundheitsamt. In Zusammenarbeit mit der Helmholtz-Gemeinschaft sei die Kompatibilität der Software, über die Infektionsdaten an das Robert-Koch-Institut und Landeszentrum Gesundheit gemeldet werden sollen, erhöht worden. Sormas soll bundesweit arbeiten. Viele Gesundheitsämter hatten aber die fehlende Vereinbarkeit mit vorhandener Software bemängelt.

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