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Jutta Kirchhoff weiht ihre Skulptur auf dem Kreisel am Sennestädter Bahnhof ein

Stahl mit hohem Zuneigungspotenzial

Bielefeld (WB). Ein Bahnhof ist ein Ort von Ankommenden, von Abreisenden, von Wiedersehen und Trennungen ebenso wie von menschlichen Begegnungen. Diesen Aspekt hat die Bildhauerin Jutta Kirchhoff mit ihrer Skulptur »Inclination« künstlerisch umgesetzt und ein Werk geschaffen, in dessen Zentrum die Menschen stehen.

Kerstin Panhorst

Jutta Kirchhoff (links) und Reinhard Tweer präsentieren die neue Skulptur auf dem Kreisel am Krackser Bahnhof. Foto: Kerstin Panhorst

Auf dem neu gebauten Kreisverkehr am Bahnhof Sennestadt, der für 130 000 Euro an der Kreuzung Krackser Straße/Dunlopstraße entstanden ist, hat ihre Auftragsarbeit jetzt einen dauerhaften Platz gefunden. Dort wurde sie nun in einem Festakt enthüllt und von der Künstlerin sowie dem Mäzen Reinhard Tweer, dessen benachbartes Stahlguss-Unternehmen die Skulptur als Geschenk an den Stadtbezirk hergestellt hat, übergeben.

Tweer übernimmt die Herstellung

»2016 bekam ich die Anfrage, ob ich mir vorstellen kann, eine Skulptur für den geplanten Kreisel zu entwerfen. Das konnte ich sehr gut«, erzählt Jutta Kirchhoff. Aus zahlreichen Skizzen kristallisierten sich am Ende drei Entwürfe heraus, die die Künstlerin in Gips modellierte und aus denen die Bezirksvertretung den Entwurf zu »Inclination« wählte. »Zwei Figuren, eine große und eine kleine, neigen sich einander zu. Damit wollte ich eine Skulptur schaffen, die in unserer unruhigen Zeit ein positives Zeichen setzt«, erklärt die Künstlerin.

Aus einem 60 Zentimeter kleinen Modell wurde von der Firma Reinhard Tweer die 2,1 Tonnen schwere Skulptur im Kaltharzverfahren aus Eisen gegossen, die nun den Bahnhofsvorplatz ästhetisch aufwerten und Passanten zu eigenen Interpretationen des Dargestellten anregen soll.

»Der Begriff ›Inclination‹ enthält mehrdeutige Aussagen wie Neigung, Zugeneigtheit. Aber der Begriff lässt sich auch mit Schräglage und Tendenzen übersetzen. Damit gebe ich die Festlegung des Titels wieder frei«, sagt Bildhauerin Jutta Kirchhoff.

Kunst im öffentlichen Raum

Für Ulrich Horaczek, der bei der Enthüllung eine Einführung in Jutta Kirchhoffs künstlerisches Wirken gab, ist die Skulptur ein »wunderbares Beispiel« für die Bedeutung von Kunst im öffentlichen Raum. »Jede zufällige Begegnung, wie sie hier am Bahnhof täglich geschieht, hat ein Zuneigungspotenzial. Seien sie einander zugeneigt«, gab der stellvertretende Vorsitzende des Bielefelder Kunstvereins den mehr als 80 Gästen bei der Skulpturenthüllung mit auf den Weg.

Horaczek, der als Künstler seinerseits den Kreisverkehr an der Friedrichsdorfer Straße in Senne vor einigen Jahren mit einer Enten-Skulptur aus Stahl bestückt hatte, lobte zugleich das exzellente Zusammenspiel, das bei der inzwischen 34. in Sennestadt aufgestellten Skulptur durch Politik und Bezirksvertretung, Industrie und Wirtschaft sowie bildender Künstlerin zum Erfolg führte.

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