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Heiligabend: Ökumenischer Gottesdienst und gemeinsames Essen im Hauptbahnhof

Starkes Miteinander von Arm und Reich

Bielefeld (WB). Die Heiligabendfeier im Hauptbahnhof erfreut sich wachsender Beliebtheit. »Nicht nur bei Bedürftigen, sondern bei allen Bürgern der Stadt«, weiß Pfarrer Uwe Moggert-Seils. Gefeiert wird am 24. Dezember bereits zum sechsten Mal. Der ökumenische Gottesdienst beginnt um 18.30 Uhr.

Uta Jostwerner

Laden an Heiligabend wieder zum ökumenischen Gottesdienst im Hauptbahnhof ein: Klaus Fussy (von links), Christian Bald, Michael Geymeier, Matthias Blomeier, Josefine Georgi, Marc Korbmacher und Ulrich Paus. Foto: Thomas F. Starke

Heilsarmee, Bahnhofsmission und -management, Sicherheitsdienst, Caritasverband, Diakonie sowie die Kirchengemeinden stellen mit einem Team von Ehrenamtlichen einen reibungslosen Ablauf sicher. Nach dem Gottesdienst sind wieder alle Besucher zu einem gemeinsamen Essen eingeladen. »Die Firma Stollberg spendet die Mahlzeit, eine Gulaschsuppe«, freut sich Majore Michael Geymeier von der Heilsarmee. Bedürftige Bürger erhalten zudem eine Tüte mit Geschenken.

Für den neuen Superintendenten Christian Bald, der gemeinsam mit Dechant Klaus Fussy die Predigt halten wird, ist es eine Premiere. »Ich war begeistert und überrascht, als ich erfahren habe, dass es so etwas hier gibt. Die inhaltliche Nähe zwischen dem Bahnhof und der Herberge in Bethlehem finde ich reizvoll. Denn die antiken Herbergen waren Versorgungsstationen für Menschen und Tiere auf der Reise«, sagt Bald.

»Das ist eine große Familie aus allen möglichen Menschen«

Die Heiligabendfeier genießt in Deutschland fast ein Alleinstellungsmerkmal. »Von 5400 Bahnhöfen in Deutschland veranstalten zirka fünf einen Heiligabendgottesdienst«, weiß Bahnhofsmanager Martin Nowosad. Die große Bahnhofshalle fasst etwa 500 Personen. Für die Sicherheit sorgt in diesem Jahr erstmals Efrem Cubuc mit einem Team von rund zehn Mitarbeitern – inklusive Bundespolizei. »Wir machen das gerne«, betont Cubuc.

Die Atmosphäre im Bahnhof ist eine Besonderheit. »Viele Menschen fragen mich schon seit Oktober, ob die Feier wieder stattfindet. Mancher hat Schwellenängste, einen Gottesdienst in einer Kirche zu besuchen. Im Bahnhof ist das nicht der Fall«, erzählt Sozialpfarrer Matthias Blomeier. Und auch Josefine Georgi von der Bahnhofsmission weiß, dass die Feier im Bahnhof für viele Menschen der Höhepunkt des Weihnachtsfestes ist.

Klaus Fussy meint, die besondere Atmosphäre des Gottesdienstes sei mitten aus dem Leben gegriffen: »Das ist eine große Familie aus allen möglichen Menschen«, sagt Fussy. »Das ist wie in der Weihnachtsgeschichte, wo Hirten und Könige gemeinsam an der Krippe stehen«, meint auch Marc Korbmacher, Geschäftsführer der Diakonie. Ulrich Paus zeigt sich von der Gemeinschaft beeindruckt. »Wir teilen ein Stück Leben miteinander«, sagt der Vorsitzende des Caritasverbandes.

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