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Neue Bepflanzung an der Bielefelder Promenade

Stelen als Dank an Baumpaten

Bielefeld

Für viele Bielefelder war die Nachricht erschreckend: Ein großer Teil der Eschen, die entlang der Promenade die sehenswerte Allee bildeten, mussten Ende 2018 gefällt werden, weil sie durch das Eschentriebsterben nicht mehr standsicher waren. Die Bielefelder Bürgerstiftung hatte daraufhin zusammen mit dem städtischen Umweltbetrieb (UWB) die Initiative ergriffen und dazu aufgerufen, für die Anpflanzung neuer Bäume zu spenden.

Hendrik Uffmann

Melanie Anstoetz (Bielefelder Bürgerstiftung, von links), Michaela Wangler (Umweltbetrieb), Thomas Finke (Geschäftsbereichsleiter Stadtgrün im Umweltbetrieb) und Lutz Worms (Bürgerstiftung) an einer der Stelen an der Promenade. Foto: Hendrik Uffmann

In zwei Abschnitten im Januar und im Herbst des vergangenen Jahres waren daraufhin 103 neue Traubeneichen entlang der Promenade gepflanzt worden, für jeden der Bäume hatte ein Spender 500 Euro gegeben. Nun gibt es auch ein sichtbares Dankeschön für diese Spender: Am Parkplatz an der Sparrenburg und in der Nähe der Schönen Aussicht hat der Umweltbetrieb an der Promenade zwei Stelen aufgestellt, auf denen die Namen aller Spender verzeichnet sind.

„Die Aktion ist auch deshalb so toll, weil sie so nachhaltig ist. Auch in drei Generationen können die Menschen kommen und sich den Baum ansehen, den ihre Vorfahren gespendet haben“, sagt Thomas Finke, Geschäftsbereichsleiter für den Bereich Stadtgrün im UWB.

Das Interesse an der Spendenaktion sei sofort gewaltig gewesen, erinnert sich Melanie Anstoetz von der Bürgerstiftung, die die Idee zu dem Aufruf hatte. „Die erste E-Mail ging am Stichtag schon vor 6 Uhr morgens ein, nach zwei Stunden waren alle Patenschaften für die zunächst geplanten 90 Bäume vergeben.“

Weil es schließlich noch weitere Lücken gab, die mit neuen Bäumen gefüllt wurden, wurden schließlich insgesamt 103 Traubeneichen gepflanzt. „Uns war es wichtig, eine Baumart auszuwählen, die hierher gehört“, betont Thomas Finke. Die Traubeneiche komme mit dem trockenen und eher felsigen Boden im Bereich der Promenade gut klar. Dennoch werde die Bäume auch kontrolliert und gepflegt. Unter anderem sind im Boden Sensoren angebracht, die den Feuchtigkeitsgehalt anzeigen, damit die Bäume, die bei trockener Witterung bis zu 150 Liter Wasser pro Woche benötigten, gezielt gegossen werden können.

Kommt nichts dazwischen, dürften die Traubeneichen, die bis zu 30 Meter hoch werden können, das Bild der Promenade über Generationen hinweg prägen. Thomas Finke: „Eichen können durchaus 300 oder 400 Jahre alt werden.“

Die zwei Stelen habe der Umweltbetrieb finanziert als Dank an die Spender, erklärt Michaela Wangler vom UWB. „Zu jedem Namen eines Spenders ist auch der Baum vermerkt, den er gespendet hat.“

In den kommenden Jahren soll die Promenade weiter aufgewertet werden. Schon im nächsten Jahr sollen Bänke und Liegen entlang des beliebten Spazierweges aufgestellt werden, so Thomas Finke. Und wenn 2024/25 notwendige Arbeiten an Leitungen unterhalb des Weges abgeschlossen sind, sollen auch der Asphalt der Promenade selbst und die Beleuchtung erneuert werden.

Für die Bürgerstiftung sei die Aktion auch eine Art Initialzündung gewesen, die Stiftungszwecke neu zu fassen, erklärt Vorsitzender Lutz Worms. „Wir wollen im kommenden Jahr die Satzung erweitern und auch die Themen Nachhaltigkeit, Natur und Klimaschutz mit aufnehmen.“

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