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Lange Warteliste – »Lage besser als in anderen Hochschulstädten«

Studenten-Wohnungen sind vor Semesterstart knapp

Bielefeld (WB). »Ja, die Lage ist angespannt«, beschreibt Helga Fels, stellvertretende Geschäftsführerin des Studierendenwerks Bielefeld, die Lage auf dem Wohnungsmarkt kurz vor Semesterstart. Beim Studierendenwerk gebe es eine Liste mit rund 800 (angehenden) Studenten, die auf einen Wohnheimplatz hofften. 

Burgit Hörttrich

Für Plätze in den Studentenwohnheimen wie hier an der Walther-Rathenau-Straße gibt es lange Wartelisten. Foto: Hans-Werner Büscher

Helga Fels weiß aber auch: »Wer etwas gefunden hat, trägt sich häufig nicht aus.« Deshalb könne man belastbare Zahlen nicht nennen. Auf jeden Fall sei die Lage in der Hochschulstadt Bielefeld nicht annähernd so schwierig wie in München, Hamburg, Köln oder selbst in Konstanz oder Darmstadt. In Bielefeld sind 36.200 Studenten an allen Hochschulen insgesamt eingeschrieben.

Das bestätigt eine aktuelle Untersuchung des Moses-Mendelssohn-Institutes Berlin, das 93 Hochschulstädte und die Wohnungssuche für Studenten dort unter die Lupe genommen hat.

353 Euro kostet das Durchschnitts-Zimmer

Demnach kostet ein WG-Zimmer im Durchschnitt 353 Euro, in Bielefeld sind es 300 Euro. Das teuerste WG-Zimmer, das das Studierendenwerk vermietet, kostet 308 Euro, das günstigste 202,50 Euro. Das Studierendenwerk verfügt in Bielefeld über 2400 Wohnheim-Plätze in 17 Gebäuden.

Ein Ausfall ist das Studentenwohnheim an der Stennerstraße. Dort, so Helga Fels, liefen aktuell die Arbeiten für die Bauschadstoff-Entsorgung an. Das Gebäude soll durch einen Neubau ersetzt werden. Bis dahin aber fehlten 220 Wohnheim-Plätze für Studenten. Besonders lange müssten Erstsemester, die nicht in Bielefeld oder im Umland (zum Beispiel bei den Eltern) wohnen würden, auf ein WG-Zimmer und einen Wohnheim-Platz warten, berichtet Helga Fels. Sie müssten länger warten als etwa Studenten, die womöglich aus dem Ausland kämen, wenig Deutsch sprechen würden oder solchen, die aus anderen Bundesländern kämen und wenig Geld hätten.

Auch private Anbieter

Das Studierendenwerk biete auch privaten Wohnungsanbietern eine Plattform – die Angebote reichten vom Appartement bis zum möblierten Zimmer zur Untermiete. Manch’ einem Studenten müsse auch der »Zahn« gezogen werden, dass er unbedingt in unmittelbarer Uni-Nähe wohnen möchte. Fels: »Für eine erschwingliche Miete müssen eben auch Fahrten etwa aus Senne oder Heepen in Kauf genommen werden.«

Dass die Mieten in anderen Universitätsstädten deutlich höher lägen als in Bielefeld, sei für Erstsemester kein Trost: »Wer auf Wohnungssuche ist, dem ist das egal.« Dieser Tage würden die letzten Zulassungsbescheide zugestellt: »Dann wird es eng.«

Helga Fels weiß aber aus Erfahrung: »Ab Dezember entspannt sich die Lage wieder.«

Jeder zehnte Student lebt in einem Wohnheim

In Bielefeld hat immerhin mehr als jeder zehnte Student einen Wohnheimplatz (11,2 Prozent), im bundesweiten Durchschnitt sind es 9,7 Prozent. Die Zahl der ausländischen Studierenden liegt in Bielefeld bei sieben Prozent, im Deutschland-Schnitt bei zwölf Prozent. Der Anteil der Einwohner im Alter zwischen 18 und 29 Jahre an der Gesamtbevölkerung ist in Stadt und Land dagegen identisch: 16,9 Prozent.

Helga Fels sagt, dass in Bielefeld auch private Investoren Studenten-Wohnungen bauen würden, aber: »Die Mieten liegen natürlich deutlich über den unseren.« Das Studierenwerk sei verpflichtet, kostendeckende Mieten anzubieten, arbeite nicht gewinnorientiert.

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