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ADAC und Verkehrsrechtler wollen wissenschaftliche Basis zu Effekten

Studien zu Tempolimit gefordert

Bielefeld (WB). Dass der ADAC seinen generellen Widerstand ge­gen ein Tempolimit auf Autobahnen aufgegeben hat , erregt viele Mitglieder. Während in den Sozialen Medien manche mit zum Teil aggressiver Wortwahl ihren Austritt aus dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club e.V. ankündigen, ist von dieser Wut beim ADAC in Ostwestfalen-Lippe bislang noch nichts angekommen.

Andreas Schnadwinkel

Was bringt ein generelles Tempolimit von 130 auf Autobahnen? Untersuchungen sollen Erkenntnisse liefern. Foto: dpa

„Solche Reaktionen erhalten wir bisher nicht“, sagt Ralf Collatz. Der Sprecher des ADAC in Ostwestfalen-Lippe hält die Diskussion für „emotional viel zu aufgeladen“.

Nachdem der ADAC bekannt gegeben hatte, „nicht mehr grundsätzlich“ gegen Tempo 130 als zulässige Höchstgeschwindigkeit zu sein, sah sich der Club veranlasst zu betonen, dass er sich „neutral zum Tempolimit auf Autobahnen“ verhalte. ADAC-Vize Gerhard Hillebrand erklärte: „Wichtig ist es, Grenzen und Möglichkeiten eines Tempolimits für die Verkehrssicherheit und den Klimaschutz genau zu untersuchen. Insbesondere hinsichtlich der Wirkungen auf die Verkehrssicherheit liegen die heutigen Schätzungen noch weit auseinander.“

Laut einer repräsentativen Umfrage sind 50 Prozent der ADAC-Mitglieder gegen ein Tempolimit und 45 Prozent dafür. „Bei mehr als 21 Millionen Mitgliedern kann man nicht erwarten, dass alle einer Meinung sind. Das Meinungsbild ist beim Tempolimit gespalten, in der Gesellschaft und auch bei unseren Mitgliedern“, sagt Ralf Collatz und sieht den ADAC in der Pflicht, die „Debatte zu versachlichen. Wir wollen mehr wissenschaftliche Erkenntnisse über die Auswirkungen ei­nes Tempolimits auf die Zahl der Verkehrstoten und auf den CO

-Ausstoß. Da ist im Moment noch viel Bauchgefühl im Spiel.“

Die Umfrage unter den Mitgliedern ist von Ende 2018. Collatz: „Wir können nicht sagen, wie das Resultat dieser Umfrage angesichts des Zeitgeistes heute wäre.“

Unterdessen hat auch der Präsident des Verkehrsgerichtstags, Ansgar Staudinger, von der Bundesregierung eine umfassende wissenschaftliche Studie zum Tempolimit auf Autobahnen gefordert. Durch die Untersuchung solle geklärt werde, wie sich Tempo 130 auf Verkehrssicherheit und auf Umwelt auswirken würde, sagte der Bielefelder Rechtsprofessor am Mittwoch zu Beginn des 58. VGT in Goslar. „Wir haben in diesem Bereich ein Forschungsloch. Es gibt keine wirklich belastbaren Daten“, sagte Staudinger.

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