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Trampolin fliegt durch die Luft, Testzelt aus Verankerung gerissen - Wetterumschwung mit über 20 Grad zum Wochenende

Sturmtief „Eugen“ weht durch OWL

Minden/Lübbecke/H...

Das Sturmtief „Eugen“ hat am Dienstag Nordrhein-Westfalen kräftig durchgeschüttelt. Zahlreiche Bäume wurden umgeweht und behinderten den Straßen- und Bahnverkehr, außerdem fielen Dachziegel herab. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

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Die Stangen des zerstörten Corona-Testzentrums liegen auf einem Parkplatz. Foto: Lino Mirgeler/dpa

DieCorona-Schnelltestzentren der Mühlenkreiskliniken auf Kanzlers Weide in Minden, auf dem Blasheimer Markt in Lübbecke, dem Alten Güterbahnhof in Herford und auf dem Festplatz in Löhne mussten ab 12 Uhr vorübergehend geschlossen werden. Im Testzentrum Bad Oeynhausen wurden Zelte aus der Verankerung gerissen, in Porta Westfalica behinderte ein umherfliegendes Trampolin den Verkehr. Außerdem musste die Feuerwehr nach Herford-Elverdissen Feuerwehr ausrücken, weil ein Baum auf eine Straße zu stürzen drohte.

Bäume auf den Gleisen

Der Sturm sorgte unter anderem im Kreis Minden-Lübbecke für zahlreiche Einsätze. In Minden stürzte ein Baum auf ein geparktes Auto. Die Polizei rückte auch wegen umherwirbelnder Gegenstände aus - darunter ein mobiles Klo und ein Trampolin.

Im Oberbergischen Kreis stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto und verletzte den 23-jährigen Fahrer. Nachdem auf der A44 ein Sattelauflieger von einer Sturmböe umgeweht worden war, wurde der betreffende Abschnitt am Nachmittag in beiden Richtungen voll gesperrt.

Der Fernverkehr lief am Dienstag zunächst störungsfrei. Doch im Laufe des Tages meldeten Deutsche Bahn und Nordwestbahn immer wieder wetterbedingte Störungen und Sperrungen. Vom Sturm umgewehte Bäume sowie Gegenstände in der Oberleitung oder auf den Gleisen haben vor allem den regionalen Zugverkehr behindert. Auf mehreren Strecken kam es wegen zeitweiliger Sperrungen zu Verspätungen und Zugausfällen. Das von Eisenbahnverkehrsunternehmen gemeinsam betriebene Portal zuginfo.nrw verzeichnete am Nachmittag allein elf betroffene Linien in allen Landesteilen. So hieß es beispielsweise auch „Baum im Gleis zwischen Bielefeld-Ost und Lage/Lippe“.

Feuerwehrkräfte bergen in Hannover eine umgestürzte Pappel. Foto: Julian Stratenschulte

In Herzogenrath stürzte in der Nacht wohl aufgrund des starken Windes die Giebelwand eines im Rohbau befindlichen Hauses um. In Erfurt haben die Organisatoren der Bundesgartenschau die Ausstellungsflächen wegen des Sturmtiefs geschlossen. Am Mittwoch sollen die Areale im Egapark und auf dem Petersberg wieder regulär um 9 Uhr öffnen, wie es hieß. Auch in der Landeshauptstadt Düsseldorf rückte die Feuerwehr mehr als 20 Mal wegen umgekippter Äste, loser Dachverkleidungen oder herabfallender Fassadenteile aus. An einer Baustelle fielen mehrere von einem Kran herabbaumelnde Bauplatten aus 30 Metern Höhe hinab, richteten allerdings keinen Schaden an, wie die Feuerwehr berichtete. In Neukirchen-Vluyn wehte ein Bauzaun gegen ein Auto. In Voerde wurden Baumaterialien von einer Baustelle auf die Fahrbahn getragen. In Moers drohte ein Schrank von einem Balkon zu kippen - die Bewohner konnten dies aber noch verhindern, wie die Kreispolizei Wesel berichtete.

Die mit rund 100 Stundenkilometern stärkste Windböe registrierte der Deutsche Wetterdienst bis zum Nachmittag in Aachen. Dies entspricht Windstärke 10.

In Vlotho haben sich Pferde unter einem Baum untergestellt. Foto: Lino Mirgeler

Am Mittwoch soll es windig bleiben, aber weniger als am Dienstag. Am Donnerstag soll dann die „Windlage“ beendet sein. Die kühle Witterung soll noch bis Freitag anhalten. Am Samstag hält der DWD bis zu 20 Grad, am Sonntag sogar bis zu 25 Grad für möglich.

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