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1500 Mittelalter-Folk-Fans und viele Bands bei der zehnten »Eisheilige Nacht«

»Subway to Sally« feiern im Lokschuppen: Eisblumen, Feuer und Schatten

Bielefeld (WB/pan). Die weihnachtliche Besinnlichkeit hört jedes Jahr spätestens dann auf, wenn Eric Fish »Macht hoch die Tür« anstimmt. Statt lieblich-adventlicher Klänge bekommt der Weihnachtsklassiker beim Frontmann von »Subway to Sally« einen düsteren Touch, den seine Bandkollegen mit tiefen Bässen und rockigen Tönen unterstreichen.

»Subway to Sally« haben zur »Eisheiligen Nacht« geladen, und 1500 Gäste sind gekommen. Foto: Kerstin Panhorst

Seit zehn Jahren touren die Potsdamer bereits mit der »Eisheiligen Nacht« durch Deutschland und machten auch dieses Mal wieder in Bielefeld Station.

Mit einem traditionellen Jahresabschlusskonzert im Potsdamer Lindenpark fing alles an. »Subway to Sally« traten dort immer am 30. Dezember auf, doch der Saal war zu klein, das Konzert schon Monate vorher ausverkauft. 2009 fand das Konzert daher erstmals unter dem Namen »Eisheilige Nacht« in der Metropolis-Halle im Filmpark Babelsberg statt und mutierte bald zu einem jährlichen Festival, das seitdem gleich in mehreren Städten durchgeführt wird.

Hymnen im Gepäck

Im Lokschuppen begeisterten die Festival-Initiatoren von »Subway to Sally« in diesem Jahr wieder mehr als 1500 Besucher mit ihrer unverkennbaren Mischung aus Mittelalter-Rock und Folk. Mitgebracht hatten sie Titel wie »Königin der Käfer«, »Tanz auf dem Vulkan« oder »Feuerland«.

In Hymnen wie »Eisblumen« oder »Kleid aus Rosen« stimmten die Fans lautstark mit ein und boten auf Wunsch von Eric Fish bei »Falscher Heiland« nicht nur die üblichen »Halleluja«-Chöre sondern auch ein nachdrückliches »Genug ist genug« als Anti-Kriegs-Gesang.

Irish Folk aus Ungarn

Doch auch bevor die Headliner selbst auf der Bühne standen gab es musikalisch bereits einiges zu bieten. Den Auftakt der diesjährigen Eisheiligen Nacht durften »Paddy and the Rats« gestalten. Erstmals steht mit der Irish-Folk-Gruppe damit eine Band aus Ungarn im Line-Up der »Eisheiligen Nacht«. Frontmann Paddy O’ Reilly und seine Musiker zeigten den Besuchern mit ihrem Speed-Folk eindrucksvoll warum sie die am meisten gedownloadete Band Ungarns sind.

Die russisch-wienerische Band »Russkaja« unterhielt danach mit ihrer aberwitzigen Mischung aus Ska, Balkan-Beats, Polka, Folklore und Funk-Sounds bevor die Bremer von »Versengold« ihrer Heimat, dem Teufelsmoor, ein musikalisches Denkmal setzten und Lieder vom noch unveröffentlichten neunten Album spielten.

Sänger Malte Hoyer schreckte dabei weder vor politischen Themen (»Wir tanzen nicht nach braunen Pfeifen«) noch Betrachtungen des eigenen Todes (»Haut mir keinen Stein«) oder alternativen Weltschöpfungstheorien (»Der Tag, an dem die Götter sich betranken«) zurück.

Auch im kommenden Jahr wird die Eisheilige Nacht wieder Station in Bielefeld machen – natürlich wieder mit den Gastgebern von »Subway to Sally« und neuen musikalischen Gästen.

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