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Amt für Verkehr will Pilotversuch am Obersee Anfang 2020 starten

Teststrecke: LED-Lampen gehen automatisch an

Bielefeld (WB). Wie ein grüner Tunnel schlängelt sich der Rad- und Wanderweg von der Engerschen Straße in Richtung Obersee. Unter dem Blätterdach alter Bäume ist es schon tagsüber dunkler als anderswo – und nachts erst recht. Die Stadt Bielefeld hat sich diesen 210 Meter langen, noch gänzlich unbeleuchteten Abschnitt als Pilotstrecke für ein Experiment ausgesucht.

Markus Poch

Die angehende LED-Teststrecke am Johannisbach: Pauline Ueckermann (7) aus Brake zeigt ihrer Großmutter Sigrid Ostheider die Abkürzung zur Rudolf-Steiner-Schule. Über mehr Licht am Wegesrand würde sich die Zweitklässlerin freuen. Foto: Markus Poch

An dieser Stelle, wo der Johannisbach sich zum Obersee weitet, sind viele Radfahrer und Spaziergänger unterwegs, auch Jogger, Nordic Walker, Senioren mit Rollatoren und Tierfreunde mit ihren Hunden. Manche Kinder aus Jöllenbeck, Schildesche und Brake nutzen den schönen Weg, um zur Rudolf-Steiner-Schule zu kommen. Die Älteren schätzen ihn als Abkürzung zum Restaurant Seekrug. Der große Nachteil: Nachts sieht man dort die Hand vor Augen nicht.

Das Amt für Verkehr will diese beliebte Verbindung jetzt mit LED-Leuchten samt Bewegungsmeldern ausstatten und dadurch allen Nutzern ein größeres Sicherheitsgefühl bescheren. Grundlage der geplanten Maßnahme ist eine Anregung aus der Bezirksvertretung Jöllenbeck. Projektkoordinator Dirk Laker von der Abteilung Straßenbeleuchtung erwartet derzeit die Angebote entsprechender Fachfirmen. Seine Absicht ist, »das Beleuchtungsniveau generell auf einem niedrigen Niveau zu halten, wenn niemand dort lang läuft«, erklärt er. »Wir wollen die Energie sparen und nachtaktive Tiere, auch Insekten, nicht mehr stören als notwendig.«

Experiment hängt auch vom Preis ab

Wenn aber doch jemand des Weges kommt, sollen die Sensoren das frühzeitig erkennen »und die Lampen automatisch hoch fahren. Dabei liegt es nahe, dass die Leuchten, die untereinander vernetzt sind, sich der Bewegung anpassen und sich gegenseitig hoch oder runter regeln, so dass das Licht in Wellen kommt«, beschreibt Dirk Laker den Plan des Amtes für Verkehr. Er hat überschlagen, dass für das genannte Teilstück sechs Laternen, die den herkömmlichen LED-Straßenlaternen ähneln, gebraucht werden. Nach seiner Einschätzung kann der Versuch je nach Witterung Anfang 2020 beginnen, sobald alles geliefert ist.

Wenn sich die Technik bewährt, will die Stadt sie auch in stärker frequentierten Grünzügen anderer Bezirke einsetzen. Laker nennt hier beispielhaft Heepen, Senne und konkret das Bullerbachtal in Sennestadt. Das Experiment hänge auch vom Preis ab und davon, wie wartungsintensiv die Anlage ist. Vielleicht kommt ein Beleuchtungssystem infrage, das von Solarenergie gespeist wird.

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