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Ex-Topmanager aus Bielefeld steht abermals in Essen vor Gericht

Thomas Middelhoff beantragt Haftverkürzung

Essen/Bielefeld (WB/in). Thomas Middelhoff (64) hat nach Angaben seiner Anwältin Dr. Anne Wehner einen Antrag auf die sogenannte »Halbhaft« gestellt. Ein erster Versuch, die Haftzeit zu verkürzen, scheiterte im Januar.

Der frühere Vorstandsvorsitzende der Arcandor AG, Thomas Middelhoff (Mitte), betritt mit seinen Verteidigern Anne Wehnert (rechts) und Udo Wackernagel den Gerichtssaal. Foto: dpa

Damals entschied das Bielefelder Landgericht, dass der Zeitpunkt zu früh sei. Middelhoff verbüßt derzeit eine dreijährige Haftstrafe, zu der er im November 2014 vom Landgericht in Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung verurteilt worden ist. Angetreten hat er die Strafe erst im Mai 2016. Doch wird die U-Haft auf die Gefängniszeit angerechnet.

Eigentlich ist die Freilassung nach der Hälfte der Inhaftierung nur bei Freiheitsstrafen unter zwei Jahren möglich. Es gibt aber eine Ausnahmebestimmung, sofern »die Gesamtwürdigung von Tat, Persönlichkeit des Verurteilten und seiner Entwicklung während des Strafvollzugs ergibt, dass besondere Umstände vorliegen«.

Allerdings steht Middelhoff derzeit erneut in einer Strafsache in Essen vor Gericht. Diesmal wirft ihm die Staatsanwaltschaft in Essen vor, er habe Aufsichtsräte der Arcandor AG zur Untreue gegenüber dem Unternehmen angestiftet, als diese ihm Ende 2008 einen Sonderbonus von 2,295 Millionen Euro zugestanden haben. 2009 ging Arcandor, aus der Karstadt-Quelle AG hervorgegangen war, Konkurs. Von November 1998 bis Juli 2002 war Middelhoff Vorstandsvorsitzender der Gütersloher Bertelsmann AG gewesen.

Mehr über Middelhoffs Aussage vor dem Landgericht Aachen lesen Sie am Dienstag, 16. April, im WESTFALEN-BLATT.

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