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Anklage wegen Sex- und Drogentaten: Bielefelder soll sich in Zelle erhängt haben

Toter Häftling: Staatsanwaltschaft ermittelt

Bielefeld (WB/hz). Nach dem Tod eines Häftlings in der Justizvollzugsanstalt Brackwede hat die Staatsanwaltschaft ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Der wegen mehrerer Sextaten und Drogenkriminalität angeklagte Bielefelder (60) soll sich in seiner Einzelzelle erhängt haben.

Die Justizvollzugsanstalt Brackwede Foto: Thomas F. Starke

Der in Untersuchungshaft sitzender Bielefelder (60) hatte sich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Brackwede umgebracht (diese Zeitung berichtete). Der Mann sei am Montag um 6.20 Uhr tot aufgefunden worden, sagte JVA-Sprecher Jochem Stroeve.

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Nach ersten Erkenntnissen habe sich der Mann in der Nacht zum Montag mit einem aus einem Bettbezug gefertigtem Strang am Fenster in seiner Einzelzelle erhängt. Stroeve: „Ein Todesermittlungsverfahren wurde – wie in diesen Fällen üblich – bei der Staatsanwaltschaft eingeleitet.“ Die Polizei sei benachrichtigt worden und vor Ort gewesen.

Nach Angaben der ermittelnden Staatsanwältin Claudia Bosse gebe es nach derzeitigem Erkenntnisstand keine Hinweise darauf, dass eine weitere Person am Tod des Bielefelders beteiligt war. Ein Obduktionsergebnis zur Bestätigung der vermuteten Todesursache stehe noch aus, sagte sie.

Der Bielefelder saß seit dem 18. Juli in Untersuchungshaft, heißt es von der JVA Brackwede. Gegen den 60-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft Bielefeld nach Informationen dieser Zeitung Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Besitz von Kinderpornografie und wegen Drogendelikten erhoben. Dem Mann sollte Anfang kommenden Jahres vor einer Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichtes der Prozess gemacht werden.

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