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Mit Pflasterarbeiten bereitet sich der Bielefelder Landschaftspflegehof Ramsbrock auf das Veranstaltungsjahr 2021 vor

Trockenen Fußes zum Haupthaus

Senne

Wer Veranstaltungen auf dem Gelände des Landschaftspflegehofes Ramsbrock besucht, gelangt künftig trockenen Fußes ins Hauptgebäude. Organisch geformt schlängelt sich der Weg aus Ziegelsteinen um das Hofrund, Pflastersteine säumen den Hauptweg. Mitglieder des Fördervereins nutzen zudem die frostfreien Wintertage, um Torpfosten für ein Hoftor zu mauern.

Kerstin Sewöster

Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe und Klaus Borgsen (ISB, von links) überzeugen sich vom Fortschritt der Pflasterarbeiten. Fördervereinsmitglied Uwe Tiemann sowie Erik Twelker und Jonas Bertsche nutzen die frostfreien Tage für einen Arbeitseinsatz. Foto: Kerstin Sewöster

„Das Hofgelände bleibt zugänglich, aber wir wollen verhindern, dass Autos im Innenhofbereich fahren“, erklärt Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe auch mit Blick auf die Sicherheit der Kinder, die ihre Ferienspiele auf dem Landschaftpflegehof verbringen.

Die Pflasterarbeiten und damit verbundenen Erdarbeiten wurden ausgeschrieben, die Kosten von etwa 75.000 Euro stehen im Wirtschaftsplan der Stadt, wie Klaus Borgsen vom Immobilienservicebetrieb (ISB) erläutert. „Das ist viel Handarbeit“, erläutert Borgsen die Kosten. 150.000 Kubikmeter Boden mussten bewegt werden, so manche „Überraschung“ wurde im Erdreich entdeckt und wartet am Rande des Gelände auf Entsorgung.

Bei den Steinen, die auf insgesamt 700 Quadratmetern verlegt werden, handelt es sich ausschließlich um Altbestand aus einem Bauhoflager der Stadt. „Wir haben sie kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen, müssen nur für die Fahrtkosten aufkommen“, sagt Grabe. „Die Steine stammen aus alten Straßen, die in der Vergangenheit von der Stadt aufgenommen werden mussten, ergänzt Borgsen.

Der neue Pflasterweg führt von der Brücke bis zum Haupthaus und verbindet es mit der Scheune, in der in diesem Jahr erstmals zahlreiche Kulturveranstaltungen stattgefunden haben sowie mit der Toilettenanlage. Als Wirtschaftsweg soll das Stück dienen, das hinter die Scheune führt. Auf den Flächen, die nicht gepflastert werden, kommt Schotterrasen, auf den eine spezielle Saatmischung aufgebracht wird.

Festes Schuhwerk benötigen die Besucher des Landschaftspflegehofes dennoch, denn der Weg vom Ramsweg bis zur Brücke darf nicht gepflastert werden und bleibt bei Regenwetter schlammig. „Das ist Naturschutzgebiet“, erläutert Eberhard Grabe, warum dieses Stück bei der Pflasterung ausgelassen werden musste.

Ergänzt werden die aktuellen Maßnahmen mit einem Beleuchtungskonzept. Vorgesehen ist eine insekten- und fledermausfreundliche Niederflur-Anstrahlung im Rahmen des Insektenschutzkonzeptes der Stadt, wie Klaus Borgsen sagt.

Nach einer Schaffenspause über die Feiertage sollen die Arbeiten Mitte Januar wieder aufgenommen und zügig abgeschlossen werden. Der Landschaftspflegehof ist dann einmal mehr bereit für Veranstaltungen. Hoffeste wie der Apfeltag oder das Herbstfest mussten in diesem Jahr coronabedingt ausfallen, andere feierte ihre Premiere: Die Konzerte in der, die unter strengem Hygieneanforderungen veranstaltet werden konnten, seien sehr gut angenommen worden, zeigt sich Eberhard Grabe, der beim Senner Kulturkreis über die Kasse wacht, zufrieden.

Zur Zeit gehört das Gebäude dem Roten Höhenvieh, einer Rinderrasse, die sei einigen Jahren auf dem Landschaftspflegehof zuhause ist. Wenn die Tiere von Mitte Mai bis November auf der Weide stehen, soll ihre Scheune aber wieder zur „Kultur-Scheune“ werden. Genaue Planungen seien aber mit Blick auf die aktuelle Corona-Entwicklung nicht möglich, sagt Grabe. Ende Januar wolle sich der Kulturkreis zusammensetzen und die Möglichkeiten ausloten. „Wir werden uns aber auf jeden Fall wie angekündigt mit der Ummelner Gemeinschaft austauschen, um uns bei den Veranstaltungsterminen abzusprechen“, betont Grabe.

Fest steht, dass dank der Pflasterarbeiten bei künftigen Veranstaltungen auch Rollstuhlfahrer, Nutzer von Rollatoren und zum Beispiel Familien mit Kinderwagen auf dem Hofgelände besser zurecht kommen (www.hof-ramsbrock.de).

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