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Creditreform-Statistik - mit Kommentar

So viele Menschen sind in OWL überschuldet

Bielefeld

Die Zahl der überschuldeten Verbraucher in Ostwestfalen-Lippe ist innerhalb eines um mehr als 6000 gesunken. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor. Etwa 144.400 Schuldner in der Region haben demnach Probleme, Zins und Tilgung pünktlich zu zahlen.

Der Namenszug von Creditreform steht über dem Eingang zur Zentrale des Unternehmens. Foto: Federico Gambarini/dpa

Mit einem Anteil von 8,48 überschuldeten Personen je 100 erwachsenen Einwohnern steht OWL damit deutlich besser da als das Bundesland NRW, wo die Quote 10,05 Prozent beträgt. Die Kreise Paderborn, Minden-Lübbecke und Lippe sowie die Stadt Bielefeld verbesserten sich um jeweils eine Bonitätsklasse, was sich positiv auf Kreditzusagen und Zinshöhe auswirken kann.

Verbraucher geben wegen der Krise weniger Geld aus

Grund ist nach Einschätzung von Creditreform vor allem, dass viele Verbraucher wegen der anhaltenden Krisenlage und weniger Geld ausgeben. Bundesweit sank Zahl der überschuldeten Verbraucher um 274.000 auf 5,88 Millionen. Vor allem jüngere Personen hätten sich schnell aus Überschuldung befreien können, während der Rückgang bei Schuldnern über 60 unterdurchschnittlich ausgefallen sei.

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Doch die guten Zahlen seien trügerisch, warnt Creditreform-Chef Patrik-Ludwig Hantzsch. Der Rückgang überschuldeter Personen verlangsame sich   bereits. „Die wahren Belastungen werden die anhaltend hohe Inflation und insbesondere die ansteigenden Energiekosten sein, die noch längst nicht vollständig beim Verbraucher angekommen sind“, sagt Hantzsch weiter.  „Wir fürchten in den kommenden Monaten eine Trendwende.“ Nach Einschätzung von Creditreform werden die Überschuldungszahlen sehr bald wieder „deutlich steigen“.

Nach Berechnungen der Creditreform-Tochter Microm laufen bis zu 19 Prozent der deutschen Haushalte Gefahr, ihre Rechnungen für Versorgungsleistungen wie Strom, Wasser, Gas und Wärme nicht sofort bezahlen zu können. Betroffen seien damit rund 7,8 Millionen Haushalte oder 15,6 Millionen Personen.

Die in der konsumschwachen Corona-Zeit aufgebauten Ersparnisse seien offenbar von vielen Verbrauchern auch zur Schuldentilgung genutzt worden, erklärten die Experten der Creditreform. Doch diese Rücklagen seien nun in den meisten Fällen spätestens seit Mitte des Jahres wieder verbraucht.

Dazu ein Kommentar von Andreas Kolesch

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