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Flugplatz Windelsbleiche: Bielefelder Initiative beklagt Ankunft des Tönnies-Jets in der Feiertags-Pause

Unmut über späte Landung

Bielefeld  (WB). Die Landung eines Jets des Tönnies-Konzerns auf dem Flugplatz Windelsbleiche außerhalb der zulässigen Zeiten hat jetzt Anwohner auf den Plan gerufen. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister beklagt die Bürgerinitiative Landeplatz Senne, dass das in Windelsbleiche stationierte Flugzeug Karfreitag um 13.28 Uhr gelandet war – feiertags seien Starts und Landungen aber zwischen 13 und 15 Uhr untersagt.

Peter Bollig

Die Jets des Tönnies-Konzerns sind auf dem Flugplatz Windelsbleiche stationiert. Foto: Thomas F. Starke

Gerhard Reckmann, Sprecher der Initiative, spricht von einer „rücksichtslosen Vertragsverletzung“, zumal Geschäftsführer Carsten Köhne vom ansässigen Luftfahrtunternehmen Gullwing Aviation, dem der Betrieb des Jets obliege, gleichzeitig Technischer Betriebsleiter des Flugplatzes ist, Lars Oliver Geertz als Geschäftsführer der Flughafen Bielefeld GmbH zugleich regelmäßig als Pilot am Steuer des Tönnies-Fliegers sitze.

Für die Stadt Bielefeld ist der Fall erledigt, weil der Flugplatz sein Bedauern bereits ausgedrückt habe, heißt es in einer Antwort aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Die Nutzer des Platzes seien bemüht, Regelungen möglichst einzuhalten, es seien aus den vergangenen 15 Jahren nur wenige Abweichungen bekannt.

Auch Lars Oliver Geertz wollte den konkreten Flug auf Anfrage nicht kommentieren. Der Flugplatz-Chef weist indes darauf hin, dass es immer mal zu Verspätungen bei Abflug- und Ankunftszeiten kommen kann, was auf technische Gründe oder das Wetter zurückzuführen sein kann.

Verfahren ist noch nicht abgeschlossen

Aus diesem Grund haben Stadt und Flughafen GmbH 2017 ein Verfahren angestoßen, um Ausnahmen zu den bislang geregelten Luftbewegungen möglich zu machen. Ein 2003 vereinbarter so genannter Mitbenutzungsvertrag zwischen der Stadt Bielefeld als Eigentümerin des Platzes und der Flughafen GmbH regelt die Zahl der jährlichen Flüge ebenso wie die Start- und Landezeiten.

Aus Sicht der Geschäftsführung könnte ein Kontingent von insgesamt 50 Starts und Landungen pro Jahr vereinbart werden, die auch außerhalb der üblichen Zeiten erlaubt wären. Geertz hält die Änderung auch mit Blick auf die Auslastung des Flugplatzes für vertretbar: Erlaubt sind demnach 22.000 Starts und Landungen von Motorflugzeugen jährlich, 2019 waren es tatsächlich 14.500.

Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, laut Büro des OB wird eine Änderung des Mitbenutzungsvertrags „derzeit nicht weiter verfolgt“. Die Bürgerinitiative vermutet, dass es keine politische Mehrheit für eine entsprechende Änderung des Vertrags gebe und drängt OB Pit Clausen, dessen Einhaltung durchzusetzen.

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