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Im Corona-Sommer zieht es viele neue Gäste auf den Ferienhof Kröger

Urlaub inmitten der Natur

Bielefeld (WB). Sven Di Paterniano und seine Frau Lena feiern Kindergeburtstag, die Tochter wird 6. Der Gartentisch ist reichlich gedeckt, das freut auch den zweijährigen Sohn und die Verwandtschaft, die zu Besuch gekommen ist. Die vierköpfige Familie (plus Hund) macht Urlaub auf dem Ferienhof Kröger in Kirchdornberg.

Arndt Wienböker

Sind aus Athen angereist: Lena und Sven Di Paterniano, die mit ihren zwei Kindern und Hund Skat „Heimaturlaub“ machen. Foto:

„Wir sind hier mitten im Teutoburger Wald. Es gibt einen Pool, einen Kinderspielplatz und auch ein paar Tiere. In Zeiten von Corona ist das genau das Richtige”, beschreiben die Eltern die Vorzüge des Bielefelder Ferienhofes, während sich die Kinder gerade den Gartenteich auf dem 15 Hektar großen Areal anschauen. Die Familie – die Eltern stammen ursprünglich aus Lage und Spenge – lebt seit einigen Jahren in Athen. Für den Urlaub in der Heimat haben sie sich ganz bewusst den Ferienhof Kröger ausgesucht. Zwei Wochen bleiben sie hier. Warum? Lena Di Paterniano gibt die Antwort: „Als neunjähriges Mädchen habe ich hier mal mit meiner Familie einen Monat lang gewohnt. Daran habe ich mich erinnert und dann haben wir gebucht.”

Die Gäste bleiben oft sehr lange

Längere Aufenthalte auf dem idyllisch gelegenen Hof am Fuße des Teutos sind nicht ungewöhnlich. „Eine Familie aus Werther ist seit einem dreiviertel Jahr hier. Sie bauen ein Haus und bleiben so lange, bis alles fertig ist”, berichtet Martina Kröger, die den 1966 gegründeten Ferienhof in dritter Generation betreibt.

Dass Gäste allerdings fast drei Jahre bei ihr bleiben, ist dann doch außergewöhnlich. Maggy De Graaff, ihr erwachsener Sohn Martyn und Maria Feldkamp kommen aus Holland und sind auf dem Hof hängen geblieben. „Ich kenne Bielefeld aus meiner beruflichen Zeit sehr gut und liebe die Stadt. Darum wollten wir uns eigentlich hier in der Umgebung niederlassen”, erklärt Maggy De Graaff.

Die Suche nach einem eigenen Domizil verlief allerdings schwierig und am Ende ergebnislos. Und so blieb das Trio einfach dort, wo es ihnen so gut gefällt. „Wir haben hier die Natur kennengelernt. Jede Jahreszeit ist schön und man kann viele Ausflüge unternehmen. Wir möchten nur noch auf dem Land leben.” Allerdings nicht mehr lange auf dem Hof Kröger, denn nun zieht es die Drei doch zurück nach Holland. „Durch Corona sind wir noch etwas länger hier geblieben. Und wir kommen auf jeden Fall wieder zu Besuch, denn der Hof und die Familie Kröger sind so etwas wie unser zweites Zuhause geworden.”

Das hört die Chefin natürlich gern. Martina Kröger ist aber schon wieder auf dem Gelände unterwegs. Eine telefonische Reservierung muss entgegengenommen werden, außerdem werden jede Minute neue Gäste erwartet. „Bis Ende August sind wir sehr gut gebucht”, sagt die 53-Jährige. Und das, obwohl die Schulferien in NRW bereits beendet sind. Mit einer derartigen Auslastung sei wegen Corona nicht zu rechnen gewesen. „Als im März der Shutdown kam, war mir zum Heulen zu Mute. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nie damit gerechnet, dass es noch so ein Sommer für uns wird.”

Die Hälfte der Gäste kommt aus den Niederlanden

Heute kann Martina Kröger sagen, dass ihr Ferienhof – was die Buchungen anbelangt – sogar von der Pandemie profitiert hat. „In der Corona-Zeit ist Urlaub in Deutschland angesagt. Wir hatten und haben ganz viele neue Gäste, die vorher noch nie hier waren.” Darunter sind Urlauber aus Bayern oder Sachsen; auch ein Auto mit österreichischem Kennzeichen steht in der Einfahrt. Stammgäste gehören genauso zum Klientel wie Tagesausflügler, Monteure oder auch Gäste aus Kanada oder Chicago, die während der Pandemie eine Übergangszeit auf dem Ferienhof in Kirchdornberg verbrachten. Etwa die Hälfte der Urlauber kommt aus den Niederlanden, auch hier sei ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Und die Gäste würden sich alle an die natürlich auch auf dem Hof geltenden „Corona-Regeln” halten. Den Pool nur abwechselnd benutzen, in den Hausfluren und am Frühstücksbuffet Maske tragen, Abstand halten, Desinfektionsmittel benutzen: Das habe sich alles eingespielt. „Ich stecke viel Herzblut hier rein”, sagt die Betreiberin. Das ist schon am Frühstücksbuffet zu erkennen – selbst gemachte Marmelade oder frische Eier von freilaufenden Hühnern gehören dazu.

Insgesamt 55 Betten (Wohnungen, Apartments, Einzel- und Doppelzimmer) verteilt auf mehrere Gebäude umfasst der Ferienhof, auf dem auch einige Schafe, Hühner und zwei Pferde ihr Zuhause haben. „Wenn die Gäste zufrieden sind, dann bin ich auch zufrieden”, lächelt Martina Kröger, die selbst mit ihrer Familie hier wohnt. Der Corona-Sommer wird ihr auf jeden Fall in Erinnerung bleiben; wie auch den Gästen auf dem Ferienhof Kröger!

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