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Mord in Bielefeld: 18-Jähriger soll bei missglücktem Raubüberfall 17-Jährigen umgebracht haben

Urteil nach tödlichem Messerstich

Bielefeld (dpa)

Nach dem gewaltsamen Tod eines 17-Jährigen an einer Stadtbahnhaltestelle im Bielefelder Stadtteil Baumheide spricht das Landgericht Bielefeld am Dienstag ein Urteil. Angeklagt ist ein 18-Jähriger aus Bielefeld. Der Deutsche soll Ende April 2020 das Opfer mit einem Messer zur Herausgabe seines Rucksacks aufgefordert haben. Als der Jugendliche sich weigerte, soll ihm der Angreifer zweimal in den Bauch gestochen haben.

 

Am Tatort unter der Überführung der Stadtbahnhaltestelle Schelpmilser Weg in Bielefeld erinnerte Anfang August eine Gedenkstätte an das Opfer. Der 17-Jährige starb vier Tage vor seinem Geburtstag. Foto:

Der 17-Jährige verblutete auf der Treppe der Haltestelle in Bielefeld. Der Prozess wurde wegen des jugendlichen Alters des Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Sollte der 18-Jährige wegen Mordes verurteilt werden, drohen ihm nach Jugendrecht bis zu zehn Jahre Haft. Es sei denn, die Jugendkammer stellt die besondere Schwere der Schuld fest. Dann können auch bis zu 15 Jahre verhängt werden.

Der Fall hatte besonders hohe Wellen geschlagen, weil der Angeklagte erst wenige Wochen zuvor aus der Untersuchungshaft entlassen worden war. Er war wegen mehrerer Körperverletzungs- und Raubdelikte verhaftet worden. Die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag hatte seine Entlassung wegen der Corona-Krise vermutet. Nach Einschätzung der zuständigen Jugendrichterin am Amtsgericht hatte der bis dahin nicht Vorbestrafte eine Jugendstrafe mit Bewährung zu erwarten. Justizminister Peter Biesenbach (CDU) verteidigte die Gründe im Landtag als „nachvollziehbar und vertretbar“.

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