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Volksbank Bielefeld-Gütersloh sieht die Stimmung in der Ostwestfalen positiv

Verhalten optimistisch ins Jahr 2021

Bielefeld

Noch nie war ein Werbeslogan aktueller. „Wir machen den Weg frei“. Gemeint ist hier nicht das Wegschieben der Schneemassen, sondern das Beseitigen mancher finanzieller Sorge. In der Pandemie ist es für die zumeist familien- und mittelständischen Unternehmen der Region, aber auch für viele Privatkunden sehr wichtig, einen starken Partner an der Seite zu haben.

André Best

Das Vorstandsteam der Volksbank Bielefeld-Gütersloh: (von links) Thomas Mühlhausen, Michael Deitert (Vorsitzender), Reinhold Frieling und Ulrich Scheppan. Foto:

Die Volksbank Bielefeld-Gütersloh will das sein. Am Freitag hat das Geldinstitut seine Bilanz 2020 vorgestellt. „Es war ein sehr herausforderndes Jahr. Wir haben es gemeinsam mit unseren Kunden gut gemeistert“, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Deitert.

Michael Deitert, Volksbank-Vorstandvorsitzender

Für das laufende Jahr sieht der Volksbank-Chef nicht schwarz. „Ich bin verhalten optimistisch“, betonte Deitert. Die Kunden und die meisten Unternehmen in der Region seien relativ gut durch die Corona-Krise gekommen. Es gebe deutliche Anzeichen dafür, dass das trotz der anhaltenden Pandemie auch in diesem Jahr so bleiben wird. Deitert: „Die Stimmung in OWL ist weiterhin positiv und die mittelständische Wirtschaft zumeist gut aufgestellt.“ Das würde man auch an den gestiegenen Einlagen der Genossenschaftsbank deutlich erkennen. Die heimischen Unternehmen verfügten über eine gute Liquiditätsausstattung, auch wenn es Branchen gebe, die stärker von der Krise betroffen seien. Dazu zählten die Hotel- und Gastronomiebranche, Messe- und Eventveranstalter genauso wie zum Beispiel Reisebüros.

Deitert rechnet mit einem Wachstum der deutschen Volkswirtschaft von drei bis fünf Prozent. Verglichen mit anderen Volkswirtschaften – auch europäischer Länder – sei das im Verhältnis mit den Gesamtfolgen der Pandemie ziemlich gut. In der Krise sind die Volksbank-Kunden unterstützt worden. Bei 1529 Darlehen wurde die Tilgungen ausgesetzt.

In fast allen Geschäftsfeldern konnte die Volksbank wachsen. Die Genossenschaftsbank hat einen Jahresüberschuss von 8,6 Millionen Euro erzielt und ihr Ergebnis aus 2019 bestätigt.

112.000 Mitglieder hat die Volksbank. Sie werden voraussichtlich auch in diesem Jahr eine Dividende von zwei Prozent erhalten.

Vorstandsmitglied Ulrich Scheppan

Die Bilanzsumme lag bei 5,33 Milliarden Euro – ein Plus von 15,3 Prozent. Das Kreditgeschäft stieg um 12 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Die gesamten Kundenforderungen beliefen sich Ende 2020 auf 3,54 Milliarden Euro (Plus 5,8 Prozent). „Auch weil wir proaktiv die Kommunikation mit unseren Kunden gesucht haben, konnten wir neue Firmenkundenkredite in Höhe von 749,6 Millionen Euro vergeben, ein Plus von 19 Prozent“, sagte Vorstandsmitglied Ulrich Scheppan.

Auch aufgrund der Pandemie seien die Kundeneinlagen kräftig gestiegen. Sie wuchsen um 10 Prozent auf 3,58 Milliarden Euro. Immobilienkredite und Hypothekendarlehen wurden in Höhe von 435 Millionen Euro vergeben (Minus 4,7 Prozent). „Die Nachfrage nach Immobilien ist weiter da. Manches Projekt hat sich etwas nach hinten verschoben“, sagte Vorstandsmitglied Reinhold Frieling. Die Kaufpreise seien aufgrund des knappen Immobilien-Angebots weiter gestiegen.

Und die Börse? Nach dem Schock am Anfang des Jahres hätten sich die Kurse erholt. Ulrich Scheppan empfiehlt: „Aktienanlagen breit streuen, auf gute Unternehmen setzen und nicht in Panik verkaufen. Das hat sich für viele Anleger auch im Jahr 2020 ausgezahlt.“

Negativzinsen und neue Bauprojekte

Negativzinsen: Wie bei anderen Banken unterliegen Einlagen ab 100.000 Euro bei der Volksbank Bielefeld-Gütersloh einem Negativzins. Es werde mit den Kunden nach individuellen Lösungen gesucht, hieß es. Neubauprojekte: Das Projekt an der Werner-Bock-Straße (drei Wohnhäuser mit 43 Eigentums- und Mietwohnungen sowie im hinteren Bereich 15 Stadthäuser) ist abgeschlossen. Der Umbau der früheren Stadtbibliothek an der Wilhelmstraße in das Begegnungszentrum „Wissenswerkstadt“ kann beginnen. Eröffnung soll 2022 sein. Die Volksbank-Tochter Geno-Immobilien hat die alte Stadtbibliothek von der Stadt gekauft. Im Gegenzug soll jetzt das Gebäude saniert und neu gestaltet werden. Deitert: „Wir haben unseren Teil dazu beigetragen.“ Weitere Informationen gab die Volksbank nicht.

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