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Ursula Pasch löst Cornelia Delius im Amt ab

Verkehrsverein mit neuer Spitze

Bielefeld (WB). Der Verkehrsverein Bielefeld hat eine neue Vorsitzende: Ursula Pasch folgt Cornelia Delius, die zehn Jahre an der Spitze gestanden hat. Die Architektin Pasch wurde einstimmig aus dem Kreis des Vorstandes gewählt. Die öffentliche Stabübergabe soll im Rahmen der Mitgliederversammlung des Verkehrsvereins im September erfolgen.

Sabine Schulze

Ursula Pasch ist überzeugte Wahl-Bielefelderin und Mitglied im Beirat für Stadtgestaltung. Mit ihrem Mann, Kai Brüchner-Hüttemann, betreibt sie ein Architekturbüro. Foto: Bernhard Pierel

„Ohne den Verkehrsverein gäbe es das Bielefelder Stadtmarketing nicht“, betont dessen Chef Martin Knabenreich. Der Verkehrsverein, 1980 gegründet, sei Unterstützer, Impulsgeber, und lege den Finger in Wunden. Qua Amt sind Oberbürgermeister und Vertreter von Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie im Vorstand vertreten, Pasch war zugewähltes Mitglied.

Die Amtsübergabe nutzte Delius am Mittwoch, um zurückzublicken. In ihre Ära fielen der Umbau der Tourist-Information, sie „erbte“ von ihrem Vorgänger Bernhard von Schubert das Projekt der Lutter-Freilegung, stieß den Stadtmarken-Prozess mit an und initiierte das Projekt Bielefeld-Partner. Erfreut ist sie zudem über die Eisbahn auf dem Klosterplatz, die es in diesem Winter erstmals gab. „Das war ein Herzensprojekt von mir, auch wenn da noch Luft nach oben ist.“

Jahnplatz: Potenzial verschenkt

„Aber nicht alles hat funktioniert“, resümierte sie und nannte beispielhaft das „Qualitäts-Taxi“. Anderes sei noch im Prozess wie die Stärkung der Sparrenburg oder die Verlegung der Fernbus-Haltestelle an den Hauptbahnhof – für Delius logisch und zwingend. Sorgen bereitet ihr die Erreichbarkeit der Innenstadt. „Wir sind auf das Umland angewiesen. Ich sehe täglich die Staus vom Betheleck zum Jahnplatz – schon jetzt, vor dem Umbau.“

Knabenreich bekräftigt: Radwege seien wunderbar, endeten aber eben oft an der Stadtgrenze. „Bielefeld ist auch eine Gastgeberstadt.“ Wer aus Borgholzhausen oder Leopoldshöhe komme, reise kaum mit dem Rad an. Wichtig sei daher ein Verkehrssystem mit Park+Ride-Plätzen und reichlich Parkangebot – „und zwar vor der Verdrängung des Individualverkehrs“, sagt Delius, und Pasch ergänzt, dass das Park-Suchverkehre und Parken am Straßenrand überflüssig mache.

Delius freut sich, mit Ursula Pasch eine kompetente Nachfolgerin zu haben. Die gebürtige Krefelderin kam vor 24 Jahren nach Bielefeld. „Damals gab es auf dem Alten Markt keinen einzigen Stuhl“, erinnert sie sich Aber die Dinge entwickelten sich... „Stadtentwicklung ist ein dickes Brett, das dauert lange und verlangt Geduld“, sagt sie.

Als Architektin fragt sie sich, wie wir leben wollen und wie wir unsere Zeit verbringen wollen. „Vernünftig gestaltete Plätze und Straßen spielen dabei eine Rolle.“ Und zwar zum Nutzen von Stadt und Wirtschaft. Beim Jahnplatz etwa, denkt sie, sei Potenzial verschenkt worden, hier habe man sich mit Blick auf Fördertöpfe nicht die Zeit gegönnt für Workshops oder um etwa Impulse von jungen Leuten, die schließlich mit den Entscheidungen von heute leben müssten, einzuholen.

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