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Projektentwickler planen Eigentumswohnungen, Ausflugslokal und eventuell einen „Tages-Spa“

Vier Jahre bis zur „Schönsten Aussicht“

Bielefeld (WB). Vier Jahre werde es dauern, bis die neue „Schöne Aussicht“ bezugsfertig ist, schätzt Projektentwickler Franz-Christoph Borchard (Borchard Group). Er hat gemeinsam mit Dr. Christoph Buse (Bautra) die geschichtsträchtige Immobilie an der Promenade gekauft (das WESTFALEN-BLATT berichtete) .

Burgit Hörttrich

Die „Schöne Aussicht“ wird abgerissen – für „Die schönste Aussicht“ mit Wohnungen und Ausflugslokal. Foto: Thomas F. Starke

Das Gebäude selbst habe, so Borchard, „architektonisch wenig Qualität“. Es könne allein deshalb nicht erhalten bleiben, weil die Wände durchfeuchtet seien, die Bausubstanz marode und das Gebäude reines Stückwerk.

Borchard und Buse planen auf dem Grundstück auf dem Kamm des Teutoburger Waldes 15 bis 20 Eigentumswohnungen sowie ein Ausflugslokal, das vor allem an den Wochenenden geöffnet habe (Brunch, Kaffee und Kuchen) mit Außengastronomie zur Promenade hin. Zur Zeit wird die „Schöne Aussicht“ als Event-Lokal genutzt – der Vertrag mit dem Pächter sei zum Jahresende 2020 gekündigt worden. Vorstellbar hält Borchard auch einen sogenannten Tages-Spa im Souterrain, das allerdings mehr bieten müsse als vergleichbare Einrichtungen: „Es muss ein Alleinstellungsmerkmal sein.“ Sei ein Spa nicht möglich, könne er sich auch eine andere gewerbliche Nutzung vorstellen.

„Es wird mit Sicherheit keine 08/15-Architektur“

Anders als bei den bislang gescheiterten Vorgänger-Planungen für die „Schöne Aussicht“ wollen Borchard und Buse einen „sauberen Bebauungsplan“ politisch beschließen lassen. Dessen Entwicklung allein, schätzt Borchard, dauere zwei Jahre. Der B-Plan solle gutachterlich alle Fragen etwa zum Schallschutz oder zur Verschattung beantworten.

Wie die neue „Schöne Aussicht“ aussehen werde, könne er noch nicht sagen. „Aber es wird mit Sicherheit keine 08/15-Architektur.“

Er wünscht sich, mit der Bielefelder Politik zu einem „guten Kompromiss“ zu gelangen. Politischer Wille aber sei eine unbedingte Voraussetzung dafür, dass auf dem „Schöne Aussicht“-Grundstück etwas Neues entstehen könne. Er wisse sicher, dass das Wochenend-Ausflugslokal bereits breite Zustimmung erfahre.

Einweihung soll 2024 sein

Die Nutzfläche der Immobilie betrage heute rund 2000 Quadratmeter. Der Neubau werde, so Borchard, „zehn bis 20 Prozent größer“. Für das Ausflugslokal sammele er inzwischen bereits Fotos aus der Geschichte der „Schönen Aussicht“. Die wurde immerhin schon 1869 unter dem Namen „Hermannshöhe“ eröffnet.

Seit 1930 heißt das Lokal „Schöne Aussicht“. Im Garten gab es 1000 Sitzplätze. Geboten wurden Boxveranstaltungen, Tanzabende, Kabarett, Esel- und Ponyreiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde aus der Gastronomie ein Militärlazarett, anschließend machten die Briten ein Casino daraus.

Borchard und Buse haben sich zwei Namen für ihre künftige Immobilie schützen lassen: „Schöne Aussicht“ und „Die schönste Aussicht“. Einweihung soll 2024 sein.

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